Jetzt Punkteteilnehmer werden: 5 € sichern
Ihr Browser wird nicht mehr unterstützt.
Damit Sie auch weiterhin schnell und sicher auf CHECK24 vergleichen
können, empfehlen wir Ihnen einen der folgenden Browser zu nutzen.
Trotzdem fortfahren
Sie sind hier:

Heizen mit der Wärmepumpe

05.04.2023

Wärmepumpen erfreuen sich in Deutschland steigender Beliebtheit: 2021 wurden in über 50 Prozent der Neubauten Wärmepumpen verbaut. Wärmepumpen heizen ohne Erdgas, Öl oder Kohle und sind daher besonders umweltfreundlich. Darüber hinaus sind Wärmepumpen energieeffizient und haben geringe Betriebskosten. Wenn auch Sie sich für eine Wärmepumpe interessieren, erfahren Sie hier, was Sie beachten müssen und wie Sie einen günstigen Tarif für Wärmepumpenstrom finden.

Das Wichtigste zur Wärmepumpe

  1. Das Heizsystem bei einer Wärmepumpe kommt ohne die Verbrennung von Öl, Gas oder Kohle. Stattdessen werden natürliche Wärmequellen wie Luft, Erde oder Grundwasser zum Heizen genutzt.

  2. Wärmepumpen können nicht nur in Neubauten, sondern auch in bestehenden Wohnhäusern zum Einsatz kommen.

  3. Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung teurer als andere Heizungen. Der Staat fördert diese jedoch mit einem Zuschuss. Zusätzlich sind auch Förderungen vom Bundesland oder der Stadt möglich.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme zum Heizen, zum Beispiel die Erdwärme. Bei der Wärmepumpentechnik wird das Prinzip des Kühlschranks umgedreht: Ein Kühlschrank leitet Wärme von innen nach außen, eine Wärmepumpe von außen nach innen. Die Umgebungswärme wird in die Wärmepumpe eingeführt. Über einen Wärmetauscher, den sogenannten Verdampfer, wird sie auf ein Kältemittel übertragen. Ein Kompressor verdichtet das Kältemittel, das sich dabei stark erhitzt. Die so entstandene Wärme wird über einen zweiten Wärmetauscher, den sogenannten Verflüssiger, an das Heizsystem abgegeben. Dabei kühlt das Kältemittel ab und wird flüssig. Schließlich strömt das Kältemittel über ein Expansionsventil zurück zum Verdampfer. Hier beginnt der Prozess von vorne.

Was sind die Vorteile einer Wärmepumpe?

Wärmepumpen heizen klimafreundlich und effizient

In Sachen Energieeffizienz liegt die Wärmepumpe an der Spitze – nur sie erreicht die höchsten Effizienzklassen A+++ bzw. A++. Gleichzeitig ist die Wärmepumpe eine der klimafreundlichsten Arten zu heizen. Denn die Wärmepumpe benötigt keine fossilen Brennstoffe – insbesondere, wenn sie mit Ökostrom betrieben wird. Damit ist sie CO2-arm, im Gegensatz etwa zu Öl- oder Gasheizungen.

Geringere monatliche Heizkosten mit einer Wärmepumpe

Luftwärmepumpen und Erdwärmepumpen nutzen die Energie aus der Luft, aus dem Boden oder aus dem Wasser. Um diese Energie in Wärme umzuwandeln, wird zwar Strom benötigt, doch das Verhältnis an zugeführter Energie zur Umgebungsenergie liegt ungefähr bei eins zu vier. Das heißt, im Vergleich zu anderen Heizsystemen muss man für eine Wärmepumpe sehr wenig Energie zukaufen. Man kann also mit einer Wärmepumpe viel Energie sparen.

Eine Wärmepumpe hat nur geringe Wartungskosten

Eine Wärmepumpe ist nahezu wartungsfrei. Das heißt, auch die Wartungskosten sind viel geringer als bei anderen Heizarten.

Eine Wärmepumpe kann auch zum Kühlen genutzt werden

Sie hätten auch gern eine Klimaanlage, doch scheuen den hohen Energieverbrauch? Eine Wärmepumpe bietet den Vorteil, dass mit ihr auch gekühlt werden kann - sie ist also Heizung und Kühlsystem in Einem.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Luftwärmepumpen kosten je nach Ausstattung und Aufstellungsort zwischen 10.000 bis 14.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten von 500 bis 2.000 Euro aus. Aufgrund des höheren Stromverbrauchs sind die Betriebskosten in Höhe von rund 1.000 Euro anzusetzen. Erdwärmepumpen kosten zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Besonders hoch sind hier die Installationskosten, die zwischen 3.000 und 13.000 Euro liegen können. Dafür liegen die Betriebskosten der Erdwärmepumpe nur zwischen 400 und 500 Euro pro Jahr. Wasserwärmepumpen kosten in der Anschaffung zwischen 8.000 und 16.000 Euro. Die Erschließungskosten können 5.000 bis 9.000 Euro betragen. Die jährlichen Betriebskosten liegen zwischen 500 bis 800 Euro.

Lohnt sich für mich die Anschaffung einer Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe reduziert die laufenden Energiekosten, da sie weitaus weniger Strom verbraucht als etwa eine Nachtspeicherheizung oder eine Öl- oder Gasheizung. Auch in einem Passivhaus kann eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Natürlich müssen die Einsparungen mit den Anschaffungskosten ins Verhältnis gesetzt werden. Nicht für jeden lohnt sich eine Wärmepumpe, dies hängt von vielen Faktoren ab.


Hilft bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit: Die Jahresarbeitszahl

Als eine recht gute Methode zu prüfen, ob die Anschaffung einer Wärmepumpe wirtschaftlich ist, hat sich die Berechnung der Jahresarbeitszahl bewährt. Diese Zahl gibt das Verhältnis zwischen benötigter Energie und produzierter Heizwärme an. Für die Berechnung der Jahresarbeitszahl werden die Werte über einen Zeitraum von einem Jahr berücksichtigt. Sie ist also mehr als nur eine Momentaufnahme.

Fachmann zu Rate ziehen

Es empfiehlt sich, die Abschätzung der Wirtschaftlichkeit mit einem Fachmann zu besprechen. Dieser kann Sie ausführlich über verschiedenste Faktoren aufklären, die die Wärmepumpe beeinflussen können und mit Ihnen gemeinsam überlegen, ob und welcher Typ von Wärmepumpe für Ihr Zuhause infrage kommt.

Diese Fragen sollten vor Anschaffung einer Wärmepumpe geklärt werden

Wie sind Ihre finanziellen Möglichkeiten?

Wärmepumpentypen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der Anschaffungskosten. Wenn Ihnen mehr Startkapital zur Verfügung steht, kann es sich lohnen, in eine teurere Pumpe zu investieren, die sich jedoch durch eine höhere Energieeffizienz auszeichnet und bei der die Wartungskosten geringer ausfallen.

Wo kann die Wärmepumpe aufgestellt werden?

Auch der Platz, der Ihnen für die Aufstellung Ihrer Wärmepumpe zur Verfügung steht, spielt eine Rolle. Denn gerade die beliebten Luftwärmepumpen sind sehr groß und können bis zu 300 Kilogramm schwer sein. Das heißt, es muss nicht nur ausreichend Platz zur Verfügung stehen, auch der Zugang muss gegeben sein. Denn die Wärmepumpe zur Innenaufstellung wird vom Hersteller montiert geliefert und kann nicht erst am Aufstellungsort zusammengebaut werden.

Zudem muss der Aufstellraum weitere Voraussetzungen erfüllen, etwa ein solides Fundament aufweisen und so angelegt sein, dass überirdische Luftein- und Auslässe sowie ein Kondensatablauf verlegt werden können. Darüber hinaus sollte es in dem Raum nicht zu warm werden. Gibt es in Ihrem Zuhause keinen geeigneten Raum für die Aufstellung einer Wärmepumpe, ist auch eine Außenaufstellung oder eine gesplittete Aufstellung möglich.

Alternative zur Aufstellung im Keller: Die Außenaufstellung

Gerade wenn es sich nicht um einen Neubau handelt, wird die Wärmepumpe oftmals im Freien aufgestellt. Auch hier müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So ist auch im Außenbereich ein stabiles Fundament unabdingbar für die Wärmepumpe. Zu beachten ist, dass die Kosten für die Außenaufstellung etwas über den Kosten für die Innenaufstellung liegen. Die Kosten steigen mit zunehmendem Abstand der Pumpe zum Haus. Wenn die Wärmepumpe draußen aufgestellt wird, müssen Leitungen für das Kältemittel verlegt werden. Die Leitungen sind wärmeisoliert und werden etwa einen Meter unter der Erde verlegt.

Gesplittete Aufstellung

Eine dritte Möglichkeit ist die Aufsplittung der Wärmepumpe. Das heißt, ein Teil wird drinnen, ein anderer draußen aufgestellt. Beide Einheiten sind durch die Kältemittelleitungen verbunden. Split-Wärmepumpen sind in der Regel kostengünstiger als Kompaktwärmepumpen und lassen sich leichter montieren. Die Jahresarbeitszahl von Splitwärmepumpen ist jedoch in der Regel geringer. Je länger die Kältemittelleitung ist, desto geringer ist die Effizienz der Wärmepumpe. Deshalb ist es von Vorteil, die Außeneinheit möglichst nah am Haus aufzustellen.

Welche Heizungsart möchten Sie mit Ihrer Wärmepumpe verbinden?

Wie soll die Wärme, die Ihre Wärmepumpe erzeugt, abgegeben werden? Bevorzugen Sie Fußbodenheizungen oder klassische Heizkörper? Experten empfehlen meist die Verbindung mit einer großflächigen Heizung, also klassischerweise einer Fußbodenheizung. Auch Wand- oder Deckenheizungen sind gut geeignet. Der Hintergrund ist, dass Wärmepumpen umso effizienter sind, je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist. Und diese ist bei Flächenheizungen sehr gering.
Dennoch: Auch die Verwendung klassischer Heizungen ist möglich. Wenn Sie beispielsweise moderne Heizkörper besitzen, können diese mit der Wärmepumpe verbunden werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Heizkörper nicht unbedingt austauschen, um effizient mit einer Wärmepumpe zu heizen.
Nach all diesen Vorüberlegungen folgt die entscheidende Frage: Welche Art von Wärmepumpe ist für Sie die beste Lösung? Im nächsten Teil unseres Wärmepumpen-Ratgebers stellen wir Ihnen die verschiedenen Wärmepumpenarten vor.

Fördermöglichkeiten für die Wärmepumpe

Wer seine Heizung in einem Altbau durch eine Wärmepumpe ersetzen möchte, wird vom Staat bei den Kosten unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt Zuschüsse von mindestens 1.500 Euro für eine Luftwärmepumpe und mindestens 4.500 Euro für eine Erdwärmepumpe. Die exakte Höhe des Zuschusses hängt von der Leistung Ihrer Wärmepumpe und der Jahresarbeitszahl ab. In Neubauten werden Wärmepumpen seit 01.01.2021 nicht mehr gefördert. Hier sind nur noch Förderungen im Rahmen eines  KfW-Programms für energieeffizientes Bauen und Sanieren möglich. Die sogenannte Innovationsförderung entfällt. Darüber hinaus gibt es je nach Bundesland verschiedene Förderprogramme für Wärmepumpen. Anlaufstelle ist jeweils die Landesförderbank. In unserem Ratgeber Energieeffizient bauen und sanieren erhalten Sie mehr Informationen zu Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen.

Die Installation Ihrer Wärmepumpe

Sind alle Fragen zu Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit geklärt, kann es endlich losgehen. Am besten holen Sie Angebote von mehreren Fachbetrieben ein und vergleichen sie. Wichtig ist immer, dass Sie mit dem Experten zusammen einen Ortstermin vereinbaren, denn nur so kann eine realistische Einschätzung erfolgen.

Haben Sie den Wärmepumpenpartner Ihres Vertrauens gefunden, folgt die Erschließung der Wärmepumpe, die Erstellung des Fundaments und weitere Schritte wie etwa die Errichtung eines Kanalsystems. Ist die Wärmepumpe schließlich installiert, muss unbedingt eine exakte Konfiguration durch den Experten erfolgen. Nur so ist die optimale Effizienz garantiert.


Energieexpertin Johanna Röttig
Johanna Röttig
CHECK24 Energieexpertin
Letzte Änderung am 05.04.2023
Kundenbewertungen
CHECK24 Energievergleich
4.9 / 5
14.371 Bewertungen (letzte 12 Monaten)
104.633 Bewertungen (gesamt)