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Sparer zwischen Niedrigzins und Inflation 3 Fragen und Antworten zum Tagesgeld

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Die Niedrigzinsen machen Sparern das Leben schwer. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ist da noch die Inflation, die die ohnehin schon magere Rendite verschlingt. Trotz allem haben die Deutschen zuletzt mehr gespart – ein Fehler?
Sparerindex März 2017

Die Inflation hat sich zuletzt etwas abgeschwächt - Sparer fahren mit Tagesgeld aber immer noch Verluste ein. Diese gilt es jetzt nach Kräften zu begrenzen.

Die Deutschen sind so vermögend wie nie. Der Bundesbank zufolge ist das Geldvermögen aller privaten Haushalte hierzulande zum Ende letzten Jahres auf 5.586 Milliarden Euro gestiegen – von Oktober bis Dezember haben sich die Spareinlagen, Wertpapierinvestments und Co. damit um 98 Milliarden Euro bzw. 1,8 Prozent erhöht. Das Erstaunliche: Gut zwei Fünftel ihres Geldes horten die Deutschen in bar oder legen es in Form sogenannter Einlagen, wie etwa dem Giro- oder Tagesgeldkonto, bei der Bank an – obwohl es darauf keine oder allenfalls überschaubare Zinsen gibt. „Die bereits seit einiger Zeit vorherrschende Präferenz für liquide und risikoarme Anlagen hielt insgesamt an“, schlussfolgert die Bundesbank aus diesen Zahlen.

Sicher: Wer das Risiko scheut und jederzeit flexibel auf sein Geld zugreifen will, der ist mit Bargeld, Girokonto und Tagesgeld gut beraten. Gleichwohl können Sparer mehr für ihr Geld tun – mit dem richtigen Konto. Im Vergleich nämlich zu Barreserven und Girokonto wirft Tagesgeld je nach Bank noch Zinsen ab. Und die lassen sich gut gebrauchen, um der Inflation etwas entgegenzusetzen.

1) Wie viel Zinsen bringt Tagesgeld aktuell?

0,06 Prozent: So viel erhielten Sparer laut Bundesbank-Statistik zuletzt an Zinsen auf täglich fällige Einlagen, zu denen sowohl Tagesgelder als auch Girokonto-Guthaben zählen. Doch mit einem derart niedrigen Zinssatz müssen sich die Deutschen nicht zufriedengeben. Sowohl für Bestandskunden, mehr noch für Neukunden, finden sich auf dem Markt besserverzinste Tagesgeldkonten. Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Angebote der im CHECK24 Tagesgeldvergleich gelisteten Banken:

Aktuelle Tagesgeldzinssätze im Überblick
Höchstzinssätze im CHECK24 Tagesgeldvergleich Bundesdurchschnitt laut Bundesbank
Für Neukunden Für Bestandskunden
0,80 Prozent p.a.* 0,45 Prozent p.a.** 0,06 Prozent p.a.***

* Anbieter: Consorsbank, Zinsgarantie: bis zu 12 Monate, gültig für Anlagebeträge bis 25.000 €
** Anbieter: Südtiroler Sparkasse, gültig für alle Anlagebeträge
*** durchschnittlicher Zinssatz aller täglich fälligen Einlagen in Deutschland, die sowohl Tagesgeld- als auch Girokontoeinlagen umfassen
Stand: 19.04.2017

2) Schützt mich Tagesgeld vor der Inflation?

Jein. Selbst mit den höchsten Tagesgeldzinsen können Sparer den Wertverlust, den die Inflation mit sich bringt, nicht vollständig ausgleichen. Das belegt der Sparerindex von CHECK24, der monatlich den höchsten Tagesgeldzins im Vergleich der jeweiligen Inflationsrate gegenüberstellt. Im März noch hatte der Bestzins des Vergleichsportals bei 1,00 Prozent pro Jahr gelegen, die Inflationsrate mit 1,60 Prozent jedoch spürbar darüber. Selbst mit dem bestverzinsten Tagesgeldkonto haben Sparer auf ein ganzes Jahr gerechnet demnach einen realen, also inflationsbereinigten, Verlust von 0,60 Prozent gemacht.

Immerhin: Im Vergleich zum vorangegangenen Monat hat sich die Situation gebessert. Im Februar hatte die jährliche Inflationsrate nämlich noch 2,20 Prozent betragen. Bei einem Tagesgeld-Bestzins von 1,00 Prozent p. a. bedeutete das einen realen Verlust von 1,20 Prozent jährlich.

So mancher Sparer mag sich angesichts dieser Zahlen die Frage stellen: Warum das Ersparte auf einem Tagesgeldkonto deponieren, wenn am Ende doch eh die Inflation die Zinserträge wieder zunichtemacht? Ganz einfach: Weil ein Tagesgeldkonto den Wertverlust zumindest reduziert. Denn nach wie vor – das zeigen die Bundesbankzahlen – schlummert das Geld vieler Sparer auf dem Girokonto oder in bar unter der sprichwörtlichen Matratze und ist damit völlig ungeschützt der Inflation ausgesetzt. Statt der vollen 1,60 Prozent konnten Tagesgeld-Sparer den Wertverlust ihrer Rücklagen immerhin auf 0,60 Prozent pro Jahr begrenzen.

Tipp: Persönliche Inflationsrate berechnen

Die monatlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Inflationsrate bemisst sich nach dem durchschnittlichen Einkaufsverhalten der Deutschen. Was für den bundesweiten Durchschnitt passen mag, muss aber nicht auf jeden Einzelnen zutreffen. Mithilfe unseres Inflationsrechners erfahren Sie schon nach wenigen Angaben, wie sehr die steigenden Verbraucherpreise sich auf Ihren Geldbeutel auswirken. Den Rechner können Sie hier als .xlsx-Datei herunterladen und anschließend ausfüllen: CHECK24 Inflationsrechner März 2017

3) Für wen lohnt sich Tagesgeld jetzt noch?

Die Ergebnisse des Sparerindex zeigen: Tagesgeld lohnt sich in Zeiten historisch niedriger Zinsen vor allem für Sparer, die flexibel bleiben wollen. Sie sind gerade im Vergleich zum Girokonto mit einem Tagesgeldkonto besser beraten, gleicht es die Inflation doch zumindest teilweise aus, ohne dass Sparer hier Abstriche in puncto Verfügbarkeit machen müssen. Wer jedoch einen vollständigen Inflationsausgleich sucht oder gar eine reale Rendite erwirtschaften will, der kommt wohl um mehr Risiko bei der Geldanlage nicht herum.


Bleiben Sie auf dem Laufenden: Der CHECK24 Sparerindex informiert monatlich über den höchstmöglichen realen Zinsgewinn beim Tagesgeld. Um den Index zu abonnieren, genügt eine formlose E-Mail an sparerindex@check24.de.


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