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Pilotprojekt in Kassel Mit dem Smartphone per digitaler Girocard bezahlen

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In Deutschland gilt es als Zukunft des Bezahlens: Mobile Payment. Erste Pilotprojekte starten: Jetzt wird das Bezahlen mit der digitalen Girocard per Smartphone getestet.
 
Bezahlen mit dem Smartphone und der Girocard

So funktioniert Mobile Payment: Smartphone vors Terminal halten − schon wird die Rechnungssumme vom Girokonto abgebucht.

Wird die Geldbörse bald ein Relikt sein? Ihr digitales Abbild, sogenannte digitale Wallets auf dem Smartphone, gibt es bereits. Je nach Anbieter lassen sich dort nicht nur Bezahlkarten hinterlegen, sondern auch Kunden- und Rabattkarten. Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone ist allerdings in Deutschland noch kaum verbreitet. In Kassel und Umgebung hat jetzt ein Pilotprojekt begonnen.

Bezahlen mit dem Handy – wie geht das?

Mit dem Smartphone zu bezahlen, ist einfach. Es funktioniert gleich wie die kontaktlose Zahlung mit der Girocard oder der Kreditkarte. Der Nutzer hält dabei sein Handy mit einem maximalen Abstand von vier Zentimetern an das Bezahlterminal. Die Zahlung erfolgt innerhalb einer Sekunde. Beträgt die Rechnungssumme weniger als 25 Euro, entfällt die PIN-Eingabe. Das beschleunigt den Bezahlvorgang zusätzlich. Dazu muss im Smartphone nur ein sogenannter NFC-Chip eingebaut sein.

Die Girocard wandert ins Smartphone

Trotz aller Einfachheit steht aber auch fest: Deutsche nutzen Mobile Payment kaum. Das könnte daran liegen, dass es bis dato nicht möglich ist, mit dem Smartphone über das Girokonto zu bezahlen. Doch die Girocard, vielen immer noch als EC-Karte bekannt, wird künftig ins Smartphone wandern. Das hat Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Ende November bekannt gegeben. Wie das Bezahlen mit der Girocard auf dem Smartphone in der Praxis aussehen könnte, testen die Kasseler Bank und die Raiffeisenbank Baunatal ab Dezember in Kassel.

Bis Mitte 2017 werden über hundert Tester in Kassel und Umgebung mit dem Handy kontaktlos bezahlen. Jeder von ihnen erhält dafür ein NFC-fähiges Android Gerät. NFC steht für Near Field Communication und bezeichnet die Nahfunktechnik, die kontaktloses Bezahlen ermöglicht. Sowohl das Bezahlterminal als auch der Gegenstand, mit dem bezahlt wird, müssen damit ausgestattet sein. Auch die in dem Smartphone der Tester verwendete SIM-Karte ist NFC-fähig. In einem speziellen Speicherbereich dieser Karte befindet sich die digitale Girocard. Auf dem Smartphone ist auch die nötige App, eine Vodafone Wallet, bereits vorinstalliert. Dort muss die Girocard registriert werden, danach können die Tester mobil über ihr Girokonto bezahlen.

Anhängig von den Testergebnissen wird sich im Sommer nächsten Jahres herausstellen, ob alle VR-Banken das Bezahlen mit der Girocard am Handy deutschlandweit einführen.

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