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Bankgeschäfte per Sprachbefehl Google Home nennt Sparkassen-Kunden ihren Kontostand

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Im Gespräch mit dem intelligenten Lautsprecher bequem die eigenen Finanzen verwalten: Bei der Sparkasse Stade-Altes Land ist dazu ein Pilotprojekt gestartet, weitere Sparkassen wollen in den kommenden Monaten nachziehen. Bald sollen auch Kleinüberweisungen möglich sein.
Mobile Banking ist in Deutschland deutlich weniger beliebt als im europäischen Durchschnitt

Kontostände übers Smartphone abfragen war gestern: Sparkassenkunden sollen das künftig per Google Home tun können.

„OK Google, wie viel Geld habe ich auf dem Konto?“ Wer Kunde bei einer Sparkasse ist, soll mit Fragen wie diesen, gestellt an den intelligenten Lautsprecher von Google, Überblick über seine finanziellen Verhältnisse gewinnen. Ausprobieren können das ab sofort Kunden der Sparkasse Stade-Altes Land in Norddeutschland. In einigen Wochen sollen Bankdienste per Sprachbefehl auch Kunden weiterer Sparkassen zur Verfügung stehen. Die Sparkassen sind damit nach eigener Aussage die ersten in Deutschland, die Voice Banking, also Bankgeschäfte per Sprachbefehl, mit Googles digitalem Assistenten anbieten.

Außer ihrem Gesamt-Finanzstatus und den einzelnen Kontoständen können sich Kunden der Stader Sparkasse auch die Umsätze aus einem bestimmten Zeitraum vorsprechen lassen. Mit rund 40.000 Girokonto-Kunden und einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro ist die Sparkasse Stade-Altes Land ein mittelgroßes Institut aus dem Verbund der mehr als 400 Sparkassen. Dass gerade sie als erste Bankgeschäfte per Sprachaufforderung anbietet, liegt offenbar an einem Mitarbeiter dort, der sich besonders für solche neuen Dienste einsetzt. Wenn die Sparkassen neue digitale Angebote entwickeln, testen sie diese in der Regel zuerst bei einem oder mehreren Instituten.

Schon in wenigen Wochen sollen Kunden weiterer Sparkassen das Voice Banking ebenfalls nutzen können, verspricht Florian Schleicher, Sprecher von Finanz Informatik, dem IT-Dienstleister der Sparkassen, gegenüber der Finanzredaktion von CHECK24. Viele Institute seien interessiert und hätten angefragt. Welche das sind und wann sie ihren Kunden Bankgeschäfte per Spracheingabe ermöglichen werden, sagte er nicht.

Überweisungen per Sprachbefehl – aber nur für Kleinbeträge

Fest scheint allerdings zu stehen, dass es noch in der ersten Jahreshälfte weitere Funktionen in der Anwendung mit dem Namen „Sparkasse Banking-Action“ geben soll. Kontoinhaber sollen dann auch Nachrichten aus ihrem elektronischen Postfach und den Stand ihres Depots abfragen und Überweisungen in Auftrag geben können. Letzteres wird aber nur für Beträge bis zu 30 Euro möglich sein, wie Schleicher mitteilt. Hintergrund: Überweisungen bis zu dieser Summe ermöglichen die Sparkassen über Google Home ohne Eingabe einer TAN – diese Grenze gilt auch bei ihrem Bezahldienst Kwitt. Überweisungen über höhere Summen muss der Nutzer dort mit einer TAN freigeben. Laut Schleicher ist noch nicht entschieden, wie dieser Ansatz mit der Nutzung des digitalen Assistenten kombiniert werden würde, ohne die Bequemlichkeit für den Kunden einzuschränken.

Daten werden nicht bei Google gespeichert

Die eigenen Kontodaten sind laut Finanz Informatik beim Kontozugriff über Googles digitalen Assistenten und die Sparkasse Banking Action geschützt. Die Kommunikation über den intelligenten Lautsprecher finde verschlüsselt statt und dieser tausche Daten über eine gesicherte Verbindung mit dem Onlinebanking der Sparkasse aus. Die Daten würden nicht an Google weitergegeben, schreibt Finanz Informatik in einer Pressemitteilung.

Alexa Skill vorerst gestoppt

Für Amazons digitale Assistentin Alexa haben die Sparkassen schon vor längerer Zeit ebenfalls eine ähnliche Anwendung entwickelt, einen sogenannten Skill. Dieser war laut Schleicher „im Endeffekt fertig“, steht aber den Kunden wegen einer Vorgabe von Amazon nicht zur Verfügung. Das Internetunternehmen hat Banken laut einem Bericht im Handelsblatt mitgeteilt, dass Finanzanwendungen für Alexa weder das Abfragen des Kontostands ermöglichen noch Zahlungen auslösen dürfen. Warum genau Amazon dies nicht zulässt, ist unklar. Die Finanz Informatik führt laut ihrem Sprecher Florian Schleicher dazu Gespräche mit Amazon – in der Hoffnung, dass man dort seine Haltung ändert.

Seit digitale Assistenten wie Alexa, Google Home oder Siri von Apple sich über Smartphones oder intelligente Lautsprecher immer weiter verbreiten, arbeiten Unternehmen an Diensten, die Verbrauchern das Erledigen verschiedenster Aufgaben per Spracheingabe ermöglichen. Mit Siri können iPhone-Nutzer beispielsweise über die Deutsche-Bank-App bereits Überweisungen in Auftrag geben.

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