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Digitalisierung im Beruf: Fast jeder Vierte fühlt sich ausgebrannt

München, 27.9.2016 | 15:05 | are

Die wachsende Digitalisierung und ständige Erreichbarkeit für den Job wirken sich negativ auf Gesundheit und Familienleben aus. Das geht aus einer Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der Barmer GEK und der Bild am Sonntag hervor. 

Angestellte im StressFast jeder vierte Arbeitnehmer fühlt sich laut einer aktuellen Studie ausgebrannt.
Demnach ist die Digitalisierung voll im Arbeitsleben der Deutschen angekommen. Große Unterschiede zwischen einzelnen Berufen und Branchen gibt es laut der Studie nicht. Allerdings hängen bereits 18 Prozent der Konflikte zwischen Beruf und Familie mit der Digitalisierung zusammen.
 
Laut der Befragung spüren vor allem Führungskräfte und junge Erwerbstätige einen starken Digitalisierungsdruck. Die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust wegen technischer Neuerungen hat demnach jeder vierte Erwerbstätige zwischen 18 und 39 Jahren. Mit steigendem Alter nimmt die Angst vor einem Jobverlust ab: Bei den über 60-Jährigen fürchten sich davor nur noch 12 Prozent.
 
Trotzdem sieht die Mehrheit der Berufstätigen die Digitalisierung positiv. Bei den jüngeren Befragten zwischen 18 und 29 Jahren sind es 65 Prozent, bei den über 60-Jährigen immerhin noch mehr als die Hälfte.
 

Fast jeder vierte Arbeitnehmer fühlt sich ausgebrannt

Insgesamt fühlen sich laut der Studie 23 Prozent der Befragten durch ihre Arbeit emotional erschöpft. „Digitalisierung des Arbeitslebens bietet nicht nur Chancen, falsch betrieben führt sie zu gesundheitlichen Risiken. Dem sollten Unternehmen in ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement früh entgegensteuern“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK Christoph Straub.
 
Positiv für ihre Gesundheit bewerten die Befragten flexible Arbeitszeiten. Auch regelmäßiger Sport und eine gute Beziehung zum Vorgesetzten führen demnach zu einer verbesserten Stimmung. Wer in seiner Freizeit nicht für den Job erreichbar ist, klagt generell weniger über Arbeits- und Familienkonflikte.

Anlässlich der Präsentation der Studie meldete sich auch Arbeitsministerin Andrea Nahles zu Wort: „Es gilt, neue Flexibilitätskompromisse zu verhandeln, die sowohl den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt wie auch den familiären und gesundheitlichen Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen.“ Dies wolle sie mit ihrem Dialogprozess Arbeiten 4.0 weiter vorantreiben.

Für die Studie wurden mehr als 8.000 Berufstätige befragt.
 

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