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Sparer zwischen Risikoscheue und Renditeanspruch "Tagesgeld ist schön, aber kein Allheilmittel" - die Consorsbank im Interview

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Die Zinsen niedrig, die Inflation hoch: Sparer brauchen derzeit starke Nerven. Was tun, um das Zinstief zu überstehen? Und wie lange hält das noch an? Fragen, auf die Björn Andersen von der Consorsbank Antworten hat.
Björn Andersen Consorsbank

Für Björn Andersen von der Consorsbank erfüllt Tagesgeld nur in Ergänzung zu anderen Anlagen seinen Zweck. Foto: Consorsbank

Sparen ist nicht mehr, was es einmal war – so die vorherrschende Meinung unter deutschen Sparern. Und sie haben allen Grund zu dieser Annahme, sind die Zinsen doch historisch niedrig und reichen inzwischen nicht einmal mehr, um die Inflation in Deutschland wettzumachen. Doch welche Schlüsse sollten Sparer aus der aktuellen Zinslage ziehen? Und wie stehen die Chancen, dass es aufs Tagesgeld bald wieder mehr Rendite gibt?

Das haben wir Björn Andersen gefragt, der bei der Consorsbank das Produktmanagement verantwortet. Die Direktbank zahlt ihren Neukunden aktuell vergleichsweise hohe Zinsen.

CHECK24: Die Consorsbank bietet ihren Neukunden für Beträge bis 25.000 Euro derzeit eine Verzinsung von 0,80 Prozent aufs Tagesgeld. Das ist deutlich mehr, als Sparer bei anderen Banken erhalten. Wie schaffen Sie, was andere nicht schaffen?

Björn Andersen: Eine Erklärung ist, dass wir als Teil der BNP Paribas und damit eines der größten Bankkonzerne in Europa Refinanzierungsmöglichkeiten haben, die kleinere Häuser vielleicht nicht haben. Die andere Erklärung ist, dass Tagesgelder für uns zu den wichtigsten Instrumenten zur Neukundengewinnung gehören. Die Zinsen finanzieren wir also zum Teil über unser Marketingbudget. Damit schaffen wir für Neukunden ein deutlich attraktiveres Angebot als andere Anbieter, das besser ist, als es die aktuelle Zinssituation eigentlich hergibt.


„Bisher habe ich noch keine Hinweise darauf gesehen, dass sich die Zinssituation bald ändern wird.“


Wie lange können Sie die 0,80 Prozent für Neukunden noch anbieten? Steht die nächste Zinssenkung schon auf dem Plan?

Auf dem Plan steht sie nicht. Das hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Zinsen insgesamt entwickeln. Wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins senkt, hat das natürlich Auswirkungen auf die Zinsen, die wir unseren Kunden anbieten. Aber wie gesagt: Dazu gibt es momentan keine Planungen.

Und was glauben Sie: Wie lange dauert es noch, bis die EZB den Leitzins anhebt?

Wenn ich das wüsste, müsste ich wahrscheinlich nicht mehr als Leiter des Produktmanagements arbeiten. Ich kann Ihnen darauf keine klare Antwort geben. Aber bisher habe ich noch keine Hinweise darauf gesehen, dass sich die Zinssituation kurzfristig ändern wird. Ich persönlich glaube, es geht noch in dieselbe Richtung weiter.

Angenommen, die EZB erhöht ihre Zinsen: Wie lange dauert es dann, bis die Consorsbank das in Form höherer Tagesgeldzinsen an ihre Kunden weitergibt?

Grundsätzlich sind wir in der Lage, die Zinsen relativ schnell zu ändern. Wir brauchen dafür wenige Wochen Vorlaufzeit.


„Für Tagesgeld spricht die Flexibilität. Ein Tagesgeld ist aber sicherlich kein Produkt für die Altersvorsorge.“


Nun reicht selbst der im Vergleich hohe Zinssatz von 0,80 Prozent nicht aus, um die aktuelle Inflation in Deutschland auszugleichen. Was ist denn aus Ihrer Sicht noch ein schlagkräftiges Argument für Tagesgeld?

Zunächst: Die Consorsbank spricht keine Empfehlungen an Kunden aus. Wir richten uns überwiegend an selbstentscheidende Kunden, die eine Meinung zum Markt und zu den Produkten haben, die wir anbieten. Und die haben ihre Vorteile und Nachteile. Für Tagesgeld spricht die Flexibilität. Ich parke mein Geld dort, erhalte Zinsen – wenn auch geringe – und ich komme sehr schnell an mein Geld. Tagesgeld ist aber sicherlich kein Produkt für die Altersvorsorge, insbesondere in der jetzigen Zinssituation nicht. Kunden, die darauf aus sind, ihr Geld stetig zu vermehren und es vor der Inflation schützen wollen, werden feststellen, dass Tagesgeld dafür das falsche Instrument ist. Tagesgeld ist schön, aber kein Allheilmittel. Je nach Kundenbedürfnis und -kenntnis sind stattdessen zusätzliche Investitionen notwendig.

Ist Tagesgeld nicht auch heute noch eine gute Alternative etwa zu Bargeld und Girokonto, um den Inflationsverlust zumindest teilweise zu begrenzen?
Dafür wird es von den Kunden tatsächlich genutzt. Tagesgeld ist sicher besser, als Bargeld in einen Tresor zu legen oder zu Hause unters Kopfkissen. Doch soweit ich den Kunden verstehe, will er sein Geld nicht nur irgendwo parken. Grundsätzlich wünscht der Kunde auch, dass sich das vorhandene Geld vermehrt oder zumindest nicht real an Wert verliert. Das kann Tagesgeld nicht leisten, zumindest nicht in der jetzigen Zinssituation.


„Der Kunde sollte Tagesgeld als Bestandteil seines Investitionsportfolios sehen.“


Wie sieht eigentlich der typische Tagesgeldkunde der Consorsbank aus?

Ich glaube, er ist sehr sicherheitsorientiert, ich würde sogar sagen risikoscheu. Er ist in seiner Bankverbindung eher flexibel: Er nutzt gern unsere Angebote, erscheinen sie ihm aber nicht mehr attraktiv genug, ist er wechselbereiter als andere Kunden. Ich glaube auch, dass der typische Tagesgeldkunde sich gefangen fühlt in einem Dilemma. Er ist einerseits nicht bereit, zum Beispiel zehn Prozent Kursverlust wegen Investitionen in ein falsches Wertpapier hinzunehmen, hat aber andererseits einen Renditeanspruch, den Tagesgeld derzeit nicht erfüllt.

Und was sollte der Kunde aus Ihrer Sicht tun?

Der Kunde sollte Tagesgeld als Bestandteil seines Investitionsportfolios sehen: Er hat einen Teil sicher angelegt und täglich verfügbar. Einen anderen Teil investiert er in langfristige Anlagen. Je länger der Zeithorizont einer Anlage, desto weniger fallen Schwankungen an den Märkten ins Gewicht. Dass aber nicht jeder 50.000 Euro hat, die er aufteilen kann, ist uns durchaus bewusst.

Wie spart denn der typische Tagesgeldkunde der Consorsbank? Legt er einmalig einen Betrag an oder spart er in monatlichen Beträgen?

Er spart eher mit Einmalanlagen. Es gibt natürlich auch Kunden, die diesen Betrag aufstocken, wenn sie zum Beispiel einen Gehalts-Bonus bekommen oder geerbt haben. Aber der typische Tagesgeldkunde spart nicht jeden Monat eine feste Summe, sondern hat einen beständigen Betrag auf dem Konto.

Auch wenn Sie eigentlich keine Empfehlungen aussprechen: Gibt es Tipps, die Sie Sparern mit auf den Weg geben können, um die Niedrigzinsphase zu überbrücken?

Das soll keine Empfehlung sein, aber ich halte es grundsätzlich für sinnvoll, auch über andere Methoden des Investierens nachzudenken. Das können Wertpapiersparpläne sein, vielleicht lässt ich auch ein Teil des vorhandenen Vermögens sukzessive in Wertpapiere umschichten. Anleger können sich hier stabile Produkte aussuchen, sollten aber auf keinen Fall zu einseitig investieren. Vor diesem Hintergrund garantiert die Consorsbank Kunden, die zusätzlich zum Tagesgeldkonto ein Depot eröffnen und einen Sparplan bei uns anlegen, den Neukundenzinssatz für zwölf Monate statt für sechs. Und wer sein Depot zu uns überträgt und bei der alten Bank kündigt, erhält höhere Zinsen aufs Tagesgeld.

Über Björn Andersen und die Consorsbank

Björn Andersen ist Diplom-Betriebswirt und seit November 2016 Leiter des Produktmanagements bei der Consorsbank. Zuvor hat er viele Jahre die Produkte der DAB Bank verantwortet. Diese wurde Ende 2014 von der französischen Großbank BNP Paribas übernommen und wurde Ende 2016 in die Consorsbank integriert.

Die Consorsbank selbst ist eine eingetragene Marke von BNP Paribas, mit der sich der Konzern auf digitales und mobiles Banking konzentriert. Bis Ende 2014 trat die heutige digitale Vollbank unter dem Namen Cortal Consors auf.

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