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Rentenversicherung: Klassische Tarife werden zum Auslaufmodell

München, 10.2.2021 | 17:32 | mst

In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen werden klassische private Rentenversicherungen zu einem Nischenprodukt. Immer weniger Gesellschaften bieten Verträge mit einem lebenslangen Garantiezins an, die laufende Verzinsung sinkt.
 

Frauenhand mit Taschenrechner, Euro-Geldscheinen und BleistiftUnterm Strich bringen klassische Rentenversicherungen derzeit immer weniger Zinsen.
Klassische Rentenversicherungen mit festem Garantiezins werden zum Auslaufmodell. Das geht aus der aktuellen Marktstudie der Ratingagentur Assekurata hervor. Von 47 untersuchten Versicherern bieten nur noch 16 Gesellschaften klassische Verträge mit einem lebenslangen Garantiezins von 0,9 Prozent an.
 
Derzeit dürfen die Versicherungen eine garantierte Verzinsung von maximal 0,9 Prozent anbieten. Immer weniger Anbieter schöpfen diesen Höchstrechnungszins jedoch aus. Häufig bieten die Versicherer eine garantierte Verzinsung von lediglich 0,5 oder 0,25 Prozent – teilweise sogar noch weniger.

Neue Klassik mit geringen oder ohne Garantien

„Die traditionelle Klassik ist ein Auslaufmodell“, sagt daher Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Stattdessen würden die Gesellschaften auf neue klassische Produkte setzen, die nur noch geringe oder überhaupt keine Garantien mehr bieten. Dafür sollten die Kunden eine höhere Überschussbeteiligung erhalten.
 
Im Rahmen der Studie hat Assekurata 26 Gesellschaften mit solchen neuen klassischen Tarifen untersucht. Fünf davon bieten eine anteilige, neun gar keine Beitragsgarantie mehr an.
 
Die Allianz hatte bereits im Herbst 2020 mitgeteilt, im Neugeschäft bis auf wenige Ausnahmen keine hundertprozentige Garantie der Beiträge mehr anbieten zu wollen. Heermann erwartet, dass viele andere Gesellschaften dem Marktführer folgen werden.

Laufende Verzinsung sinkt

Trotz reduzierter Garantien sinkt auch bei Tarifen der neuen Klassik die laufende Verzinsung des Sparanteils in diesem Jahr von 2,28 auf 2,13 Prozent. Auch bei klassischen Verträgen sinkt die Verzinsung auf diesen Wert (2020: 2,29 Prozent). Nur ein einziger Anbieter hob die laufende Verzinsung bei der neuen Klassik an.

Bei der Gesamtverzinsung haben die neuen Tarife mit 2,83 Prozent (2020: 3,01 Prozent) die Nase leicht vorn. Klassische Policen erreichen nur eine Verzinsung von 2,73 Prozent (2020: 2,84 Prozent).

Über sämtliche ausgewerteten Tarife hinweg sinkt die laufende Verzinsung von durchschnittlich 2,74 auf 2,65 Prozent.

Für ihre Marktstudie hatte Assekurata die Tarife von 47 Gesellschaften untersucht, die zusammen einen Marktanteil von 69 Prozent ausmachen.

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