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Finanzlage: Das bedeuten Niedrigzinsen für die Rentenversicherung

München, 29.7.2020 | 14:55 | mst

Die anhaltend niedrigen Zinsen belasten auch die Versicherer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat eine Kritik an der Finanzlage jedoch zurückgewiesen. Wir erklären, was die Niedrigzinsen für den Abschluss einer privaten Rentenpolice bedeuten.

Parkett der Deutschen Börse in FrankfurtBörse in Frankfurt: Über fondsgebundene Rentenversicherungen können Verbraucher in Aktienfonds anlegen.
Der Bund der Versicherten (BdV) hat vor einiger Zeit eine Studie veröffentlicht, nach der ein Viertel der Versicherer ernste Probleme habe. Von 84 untersuchten Gesellschaften hätten 22 eine zu geringe Solvenzquote oder negative Gewinnerwartung, kritisierte die Verbraucherorganisation.
 
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wies diese Kritik an der Finanzlage jedoch zurück. Er warf dem BdV vor, die Solvenzberichte der Versicherer falsch interpretiert zu haben. Lebensversicherungen seien trotz der Kritik nach wie vor für die Altersvorsorge geeignet und würden eine lebenslange Sicherheit bieten.
 
Der Verband betonte, dass die Gesellschaften im Schnitt das Doppelte oder Dreifache der gesetzlich geforderten Eigenmittel bereitstellen würden und trotz des Drucks der Niedrigzinsen sämtliche Zahlungsverpflichtungen erfüllen könnten. Nach Angaben des GDV erwirtschaften die Versicherer immer noch eine durchschnittliche Verzinsung von rund drei Prozent.

Verbraucher sollten auf Finanzlage achten

Verbraucher sollten bei der Auswahl einer Rentenversicherung trotz allem auf die Finanzlage der einzelnen Gesellschaften achten. Im CHECK24-Vergleich für Rentenversicherungen fließt die Finanzstabilität daher in die Tarifnote ein. Hier werden unter anderem die Eigenkapitalquote, Nettorendite sowie Verwaltungskostenquote eines Versicherers bewertet.
 
Zudem drücken die anhaltend niedrigen Zinsen vor allem auf die Rendite klassischer Rentenversicherungen. Bei solchen Verträgen legen die Versicherer die Beiträge zum großen Teil in Anleihen an, die nur noch geringe Erträge abwerfen.
 
 „Bei entsprechender Risikoneigung und langen Vertragslaufzeiten sollten Kunden eher fondsgebundene Versicherungen wählen. Hier werden die Sparbeiträge teilweise oder ganz in Aktienfonds angelegt. Damit entgehen Verbraucher den Niedrigzinsen, die klassische Verträge auf absehbare Zeit belasten werden“, empfiehlt Björn Zollenkop, Geschäftsführer Vorsorgeversicherungen bei CHECK24.
 
Nach Möglichkeit sollten sie zudem auf Produkte setzen, die kostengünstige Indexfonds (ETFs) beinhalten. Das verbessert laut Zollenkop die Chance auf eine hohe Rendite nochmals.

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