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Putschversuch und Kreditkrise Was Kunden italienischer und türkischer Banken jetzt wissen sollten

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Tagesgeld bei einer italienischen Bank oder ein Darlehen von einem türkischen Institut? Die aktuellen Nachrichten vom Bosporus und dem Stiefel haben auch Bankkunden aufgeschreckt. Informationen für Sparer und Kreditnehmer.
thinkstock/Kevin Alexander George

Die Situation in Italien und der Türkei beunruhigt auch Bankkunden. Foto: thinkstock/Kevin Alexander George

Die Türkei und Italien zählen nicht nur zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen der Deutschen, beide sind auch Zielland für so manches Finanzgeschäft: Bundesbürger vertrauen ihr Tagesgeld oder Festgeld etwa der Südtiroler Sparkasse an oder leihen sich Geld von der Oyak Anker Bank. Nachdem die Nachrichten vom gescheiterten Militärputsch in der Türkei und der Bankenkrise in Italien die Runde machten, fragt sich mancher: Was bedeutet das für meine Finanzgeschäfte mit Banken in diesen Ländern? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Putschversuch in der Türkei: was geschah

Vom 15. auf den 16. Juli versuchten Teile des türkischen Militärs, die Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen. Dies misslang. In der Folge ließ die Regierung Tausende festnehmen, die sie für den Putschversuch verantwortlich macht. Als Drahtzieher des Umsturzversuchs beschuldigt die türkische Regierung den in den USA lebenden Fetullah Gülen, einen islamischen Prediger, früheren Verbündeten und mittlerweile Gegner von Präsident Erdoğan.

Wie Banken betroffen sind

Zu Beginn der Woche schloss die Regierung vorübergehend die Asya Bank, die laut Berichten verschiedener Medien unter dem Einfluss von Fetullah Gülen steht. Und die Işbank, die größte Privatbank der Türkei, stand laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zuletzt auch immer wieder unter kritischer Beobachtung, weil sie zum Teil einer Oppositionspartei gehört. Die türkische Zentralbank hat laut einem Bericht der FAZ den türkischen Geschäftsbanken unbegrenzte Mittel in Aussicht gestellt, um finanzielle Engpässe zu vermeiden. 

Was Sparer und Kreditnehmer wissen sollten

Wer bei einer Bank aus der Türkei Geld angelegt hat oder ein Darlehen von dort in Anspruch nimmt, der ist in der Regel mit einer in Deutschland angesiedelten Tochtergesellschaft in Verbindung. Die Oyak Anker Bank beispielsweise gehört zwar zur Oyak Gruppe, dem nach Angaben der Bank größten privaten Pensionsfonds der Türkei. Die Oyak Anker Bank GmbH mit ihrer Filiale in Bonn allerdings ist eine deutsche Bank. Sie ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Dieser sichert das Geld von Sparern über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus. Bei der Oyak Anker Bank sind nach Auskunft des Fonds bis zu 19.658.000 Euro pro Kopf abgesichert.

Und wer etwa bei der Oyak Anker Bank ein Darlehen abbezahlt, der muss sich ebenfalls keine Sorgen machen: Die Kreditsumme hat er ja bereits erhalten. Dass die Nachwirkungen des Putschversuchs Kommunikation oder Geschäfte mit der Bank beeinträchtigen, etwa beim Abzahlen eines Kredits, ist nicht zu erwarten.

Laut Susanne Götz, Projektleiterin Recht Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern, müssen sich Sparer oder Kreditnehmer bei Geschäften mit türkischen Banken derzeit keine grundsätzlichen Sorgen machen. Selbst wenn eine Bank vorübergehend geschlossen werde, bei der ein deutscher Sparer Geld angelegt hat, sei dies kein Grund zur Panik. Man solle zunächst abwarten, so Götz. Die vorübergehend geschlossene Asya Bank unterhält übrigens in Deutschland keine Geschäfte.

Bankenkrise in Italien: die Situation

Seit Anfang Juli häufen sich Nachrichten, wonach italienische Banken in großer Menge auf faulen Krediten sitzen – Darlehen, die von den Schuldnern nicht mehr zurückgezahlt werden können. Allein die Banco Monte dei Paschi di Siena, die älteste Bank der Welt, sitzt laut Spiegel Online auf faulen Krediten im Wert von 47 Milliarden Euro und ist dadurch von der Pleite bedroht. Nach Berichten mehrerer Medien summieren sich die faulen Kredite bei italienischen Banken auf 360 Milliarden Euro.

Was Sparer und Kreditnehmer wissen sollten

Gesetzlich sind Guthaben privater Sparer in der EU bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kopf gesichert. Diesen Sparerschutz zu gewährleisten, ist Aufgabe der einzelnen Euroländer – in dem Fall also Italiens. Bei der im Tages- und Festgeldvergleich von CHECK24 gelisteten Südtiroler Sparkasse beispielsweise sind pro Sparer bis zu 100.000 Euro über den italienischen Garantiefonds abgesichert, den "Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi". Wessen Guthaben bei einer Bank höher ist, der sollte laut Susanne Götz überlegen, den über 100.000 Euro hinausgehenden Betrag bei einem anderen als einem italienischen Institut anzulegen. Anlass für grundsätzliche Bedenken gebe es aber nicht. Dass die italienische Einlagensicherung nach mehreren Bankenpleiten in die Knie gehen könnte, ist der Finanzexpertin zufolge nicht zu erwarten. „Das wäre nur der Fall, wenn das ganze Land pleitegeht.“

Welche Folgen die Kreditkrise in Italien letztlich haben wird, ist derzeit schwer abzusehen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert Ignazio Angeloni, der bei der Europäischen Zentralbank mit für die Bankenaufsicht zuständig ist, mit einer Aussage gegenüber der italienischen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: Angeloni zufolge gibt es „kein spezifisches oder landesweites Problem mit Italien“ – betroffen seien einzelne Banken. Eine Ansicht, die man bei der Verbraucherzentrale Bayern teilt, so Susanne Götz. Für Sparer heißt es also, weiterhin genau die Berichterstattung zu verfolgen und auf Nachrichten speziell zur Lage ihrer jeweiligen Bank zu achten.

Ob die Angst vor weiteren faulen Krediten italienische Banken dazu verleiten könnte, ihre Vergabekriterien für Darlehen zu verschärfen, ist aus Sicht von Susanne Götz derzeit von außen schwer zu beurteilen. Auszuschließen sei dies aber nicht. „Wer schnell Geld braucht, sollte eventuell eher bei anderen Banken anfragen“, so die Verbraucherschützerin. Ohnehin rate sie vor einer Kreditaufnahme immer dazu, mehrere Angebote zu vergleichen.

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