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Umfrage zum Onlinebanking 13 Millionen Deutsche gehen nicht mehr in die Bankfiliale

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Jeder dritte Internutzer verwaltet sein Girokonto mittlerweile komplett über Smartphone und PC. Immer mehr Kunden zieht es laut dem Digitalverband Bitkom zu reinen Onlinebanken.
Der volldigitale Kredit: Mann liegt mit Laptop auf dem Sofa und nimmt einen Kredit auf.

Immer mehr Deutsche erledigen ihre Bankgeschäfte vom Sofa aus - das hat Folgen für den Bankensektor hierzulande.

Wann waren Sie das letzte Mal in ihrer Bankfiliale um ihren Kontostand zu überprüfen oder eine Überweisung in Auftrag zu geben? Gehören Sie auch zu den Kontoinhabern, die ihre Bankgeschäfte ausschließlich online erledigen? Laut der Digital-Banking-Studie des Digitalverbandes Bitkom stattet fast jeder dritte Internetnutzer seiner Bank keinen Besuch mehr ab, sondern verwaltet sein Girokonto ausschließlich über das Onlinebanking – das sind 13 Millionen Bundesbürger. Jeder zweite regelt seine finanziellen Angelegenheiten überwiegend online, schaut aber hin und wieder noch in der Filiale vorbei. Insgesamt erledigen laut Bitkom drei Viertel (76 Prozent) der Internetnutzer ihre Bankgeschäfte inzwischen zumindest teilweise online, weitere acht Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Zukunft Onlinebanking zu nutzen. Die Zahl derjenigen, die von unterwegs oder aus den eigenen vier Wänden Überweisungen tätigen und Kontostände prüfen, wächst von Jahr zu Jahr. 2014 taten dies nur zwei Drittel der Internetnutzer.

Bankfilialen verschwinden, Kunden ziehen Direktbanken vor

Der Trend der Digitalisierung hat große Auswirkungen auf den Bankensektor. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, am Dienstag: „Immer mehr Kunden machen nur noch Onlinebanking und nutzen gar keine Filiale mehr. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir in den kommenden Jahren 20 oder 25 Prozent weniger haben.“ Die Ergebnisse der Bitkom-Studie scheinen diese Einschätzung zu belegen. Fast jeden dritten Befragten zieht es zu einer reinen Online-Bank, jeder Zehnte hat dort bereits sein Girokonto, jeder Zwölfte hat vor, sein Konto innerhalb der nächsten zwölf Monate umzuziehen.

Der Vorteil von Direktbanken gegenüber Filialbanken ist, dass sie kein dichtes Filialnetz und eine entsprechend hohe Zahl von Mitarbeitern unterhalten. Was diese reinen Online-Banken dadurch an Kosten einsparen, geben viele an ihre Kunden weiter, etwa mit einem Girokonto zum Nulltarif. Bereits ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat schon einmal sein hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt.

Digitale Angebote bei Kontowahl wichtiger als Bankname

Mit dem Nutzungsverhalten ändern die Kunden auch ihre Präferenzen bei der Auswahl des Girokontos. Mehr als die Hälfte aller Befragten (57 Prozent) gab an, dass ihnen digitale Angebote wie Onlinebanking, Banking-Apps oder Online-Beratung wichtig sind. Dagegen ist die Bekanntheit der Marke nur für 47 Prozent wichtig. Da klingt es wenig überraschend, wenn 42 Prozent der Befragten sich vorstellen können, künftig Bankgeschäfte wie Überweisungen über digitale Zahlungsdienstleister wie Paypal zu tätigen. Mehr als ein Drittel würde Bankgeschäfte auch über Internetunternehmen wie Google, Apple oder Amazon abwickeln.

Smartphone wird fürs Onlinebanking immer wichtiger

Parallel zu dem gestiegenen Interesse an Online-Angeboten und Banking-Apps, wird auch das Smartphone immer wichtiger fürs Onlinebanking. Während 2015 hierzulande nur jeder Dritte das Smartphone fürs Onlinebanking nutzte, sind es 2018 schon 44 Prozent. Auf der anderen Seite schwindet die Relevanz von Desktop-PCs. 2015 verwalteten zwei Drittel der Onlinebanking-Nutzer ihr Girokonto über einen Computer, in diesem Jahr waren es bereits weniger als die Hälfte. Es verwundert nicht, dass gerade internetaffine jüngere Leute ihr Mobiltelefon für Bankgeschäfte nutzen. Unter den 14- bis 29- Jährigen ist es jeder Zweite, unter den Befragten ab 65 dagegen nur jeder fünfte. Auch digitale Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Google Home erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht. Jeder dritte Bundesbürger ist laut Studie dazu bereit, die persönlichen Finanzen über Sprachbefehle zu regeln.

Jeder achte Deutsche bereit zur Weitergabe von Kontodaten

Während die Zahl der Bankfilialen stetig abnimmt, akzeptieren immer mehr Bürger Online-Dienste.  Zwölf Prozent der Bürger wünschen sich, dass ihnen Unternehmen Angebote machen und nach ihrer Zustimmung Kontobewegungen analysieren und Sparpotentiale aufzeigen.

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