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BAuA-Auswertung: Absturz häufigste Todesursache bei Arbeitsunfällen

München, 4.7.2017 | 15:25 | kro

Bei tödlichen Arbeitsunfällen sind Abstürze die häufigste Ursache. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für die Jahre 2009 bis 2016.

Helm in Nahaufnahme auf BaustelleDie meisten tödlichen Sturzunfälle passieren auf Baustellen.
Demnach waren im Auswertungszeitraum insgesamt 423 der insgesamt 1499 tödlichen Arbeitsunfälle durch einen Absturz bedingt – also mehr als jeder vierte Vorfall. In 107 Fällen (79 Prozent) stürzten die Betroffenen durch nicht tragfähige Bauteile, wie Dachplatten oder Lichtbänder. Bei 59 tödlichen Absturzunfällen (14 Prozent) waren Leitern und Tritte involviert.

Die meisten Abstürze (35 Prozent) erfolgten aus einer Höhe zwischen fünf und zehn Metern. Mehr als zehn Meter tief fielen 62 der verunglückten Personen. Jedoch können auch Stürze aus geringeren Höhen zum Tode führen: In 23 Fällen erfolgte der tödliche Sturz aus einer Höhe zwischen drei und fünf Metern, in 49 Fällen sogar aus weniger als zwei Metern Höhe.

Am häufigsten ereigneten sich tödliche Absturzunfälle laut der BAuA-Auswertung bei Fertigungs- und Montagearbeiten (27 Prozent), Demontagetätigkeiten (13 Prozent) und Transportarbeiten (zehn Prozent). Der häufigste Unfallort waren Baustellen (65 Prozent).

Bei mehr als der Hälfte der Vorfälle war die vorliegende Gefährdungsbeurteilung unvollständig oder nach Änderungen des Arbeitssystems nicht auf dem aktuellsten Stand. In knapp 300 Fällen wurde gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen. Außerdem lag in 65 Fällen kein Arbeitsauftrag für die zum Unfall führende Tätigkeit vor.

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