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WLAN-Chaos wohl abgesagt EU-Kommission plant Übergangslösung für neue Funk-Standards

München,

Ab 12. Juni gelten höhere Sicherheitsanforderungen für Geräte mit Funkschnittstellen. Da einige Zertifizierungen erst sehr spät fertiggestellt wurden oder gar noch in Arbeit sind, drohte einem Bericht von Heise Online zufolge Chaos, denn Geräte nach altem Standard hätten fortan nicht mehr verkauft werden dürfen. Die EU-Kommission plant nun eine einjährige Übergangsfrist, in der auch Geräte mit alten Zertifizierungen noch verkauft werden dürfen.

WLAN-Symbol schwarz auf weiß Die neue Radio Equipment Directive der EU betrifft alle Elektrogeräte mit Funkmöglichkeit.
Die neue Richtlinie betrifft alle Geräte mit „Funkanlage“, also nicht nur Router und WLAN-fähige Computer, Smartphones und Tablets, sondern auch Radio- und Fernsehgeräte sowie Smart-Home-Anwendungen, die kabellos kommunizieren können. Laut Richtlinie muss künftig sichergestellt sein, dass die Geräte nur mit konformer beziehungsweise geprüfter Software bespielt werden können.

Wirtschaft und die Bundesregierung warnten bereits vor weitreichenden Folgen, sollte die neue Richtlinie am 12. Juni ohne Übergangsfrist in Kraft treten. Millionen von Elektrogeräten hätten nicht mehr verkauft werden dürfen – dies hätte nicht nur Verbraucher eingeschränkt und der Wirtschaft geschadet, sondern auch Arbeitsplätze gefährdet.

Die sogenannte Radio Equipment Directive wurde schon 2014 verabschiedet und gilt formell bereits seit Juni 2016. Die allgemeinen Formulierungen der Richtlinie reichen allerdings nicht aus, um Geräte konform zu gestalten. Die dafür zuständige Normungsorganisation ETSI hinkte der Formulierung um neun Monate hinterher, weil unter anderem das Normungsmandat erst ein Jahr nach Veröffentlichung der neuen Richtlinie an ETSI gegeben wurde.
 

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