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Marktanalyse VATM Gigabit-Studie sieht Coronakrise als Chance

München,

Die Zahl der Gigabit-Anschlüsse in Deutschland steigt weiter. Das hat der Branchenverband VATM in einer aktuellen Studie herausgefunden. So sollen bis Mitte 2020 die Hälfte aller deutschen Haushalte Zugriff zu Anschlüssen mit 1 GBit/s oder mehr haben. Die aktuelle Coronakrise sieht der Verband vor allem als Chance.

Deutsche Glasfaser Netzausbau Glasfaser Warendorf 2. Gigabit-Studie von VATM: Die Coronakrise als Chance

Bis zum 2. Halbjahr 2020 soll es in Deutschland 24 Millionen gigabitfähige Anschlüsse geben. Zu dieser Erkenntnis kommt die 2. Gigabit-Studie des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (kurz VATM). „Damit sind es rund 5,5 Millionen oder fast ein Drittel mehr als Ende 2019“, so der VATM. Ende des vergangenen Jahres zählte der Branchenverband knapp 18,5 Millionen Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von 1 GBit/s oder mehr in Deutschland.
 
Die vom VATM herausgegebenen Zahlen kommen mit einer Einschränkung: Die Corona-Krise könnte dem aktuellen Ausbau einen Strich durch die Rechnung machen. Jedoch sehen die Experten des Verbandes die aktuelle Situation vor allem als Chance: „Digitalisierung und Gigabit-Ausbau sind so wichtig wie noch nie – das haben die vergangenen Wochen in der Corona-Krise sehr deutlich gezeigt“, sagt VATM-Präsident Martin Witt. So führe die Pandemie zu einem enormen Innovations- und Akzeptanzschub. Behörden und Unternehmen stocken Bandbreiten auf, während Privatkunden für Homeoffice und Online-Dienste schnellere Anschlüsse buchen.
 

VATM Gigabit-Studie: Kabel-Gigabit ist das Zugpferd des Ausbaus

 
Der Löwenanteil der gigabitfähigen Anschlüsse wird über das Kabelnetz bereitgestellt. Bis zum 2. Halbjahr 2020 soll es rund 19,25 Millionen davon geben. Im Kontrast dazu stehen die Glasfaser-Anschlüsse FTTH und FTTB. Ihre Zahl wird im Sommer laut VATM 4,75 Millionen betragen. Bei der Verteilung der Anschlüsse auf Unternehmen zeigt sich: Ein Großteil stammt von Anbietern wie Vodafone mit seinen Marken Kabel Deutschland und Unitymedia sowie lokalen und spezialisierten Anbietern wie NetCologne, PŸUR und Deutsche Glasfaser. Die Deutsche Telekom fange hingegen jetzt erst an, mehr Geld in das Glasfasernetz zu investieren – endlich, wie VATM-Präsident Witt hinzufügt.
 
Ein Problem für den wirtschaftlichen Ausbau von Gigabit-Anschlüssen in Deutschland sei weiterhin die geringe „Take-Up-Rate“. Darunter versteht man das Verhältnis von möglichen zu tatsächlich von Kunden gebuchten Anschlüssen. Von den 24 Millionen verfügbaren Anschlüssen sollen laut VATM Mitte 2020 nur 6 Millionen aktiv sein. Zum Vergleich: Ende 2019 waren es knapp 5 Millionen aktive Gigabit-Anschlüsse.

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