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Unitymedia-Übernahme Telekom und Co. klagen gegen Vodafone

München,

Die Vodafone-Konkurrenz geht noch einmal in die Offensive: Die Deutsche Telekom und Tele Columbus sowie der regionale Anbieter NetCologne wollen jetzt rechtliche Schritte gegen die Fusion mit Kabelnetzbetreiber Unitymedia eingehen. Der EU-Kommission werfen die Kläger „Rechtsfehler“ vor.

Telekom Zentrale Telekom und Co. klagen gegen Unitymedia-Übernahme durch Vodafone

Lässt sich die Fusion von Vodafone mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia noch stoppen? Während beide Unternehmen erst vor Kurzem den Zusammenschluss und das Ende der Marke Unitymedia bekannt gegeben haben, versucht die Konkurrenz die Übernahme rückgängig zu machen. Aktuellen Berichten zufolge klagen sowohl die Deutsche Telekom wie auch die lokalen Netzbetreiber NetCologne und Tele Columbus gegen den Vorgang. Die Unternehmen haben am Gericht der Europäischen Union Nichtigkeitsklagen eingereicht.
 
Die Entscheidung der EU-Kommission, die Fusion von Vodafone und Unitymedia zu genehmigen, halten die klagenden Unternehmen für falsch und wettbewerbsschädigend. „Die EU-Kommission hat bei der Prüfung zudem Verfahrensfehler begangen. Die Entscheidung ist somit rechtsfehlerhaft und daher aufzuheben“, so eine Sprecherin von Tele Columbus gegenüber dem Tech-Portal heise online. NetCologne warnt derweil vor negativen Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Glasfaserausbau in Deutschland.
 

Vodafone-Unitymedia nur unter Auflagen genehmigt

 
Zum Rückblick: Im Sommer 2019 genehmigte die EU-Kommission den Zusammenschluss zwischen den beiden Kabelnetz-Betreibern. Als Auflage wurde ausgehandelt, dass Vodafone sein Kabelnetz für den Wettbewerber Telefónica Deutschland mit der Marke o2 öffnen sollte. Besonders die Telekom pocht aber darauf, dass die Genehmigung den TV-Markt vernachlässigt. „Durch die Fusion von Vodafone und Unitymedia ergeben sich auf den Fernsehmärkten verschiedene, gravierende Wettbewerbsnachteile, die bei der Genehmigung der Fusion nur unzureichend beachtet worden sind", so ein Sprecher des Unternehmens.
 
Vodafone selbst sieht die Klage gelassen. Gegenüber heise online sagte das Unternehmen: „Die EU-Kommission hat in einem 15-monatigen Verfahren die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone unter anderem durch Markttests und ausführliche Befragungen eingehend geprüft. Das gemeinsame Unternehmen wird den Wettbewerb anheizen und für eine bessere, schnellere und innovativere Breitband- und TV-Versorgung für Verbraucher und Unternehmen bringen.“

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