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Da geht noch was: Das Kupfer-Experiment der Telekom

München,

In einem Experiment haben die Telekom und der Netzwerk-Zulieferer Nokia Daten mit einer Geschwindigkeit von 11.000 MBit/s über eine Kupferleitung geschossen. Der Test fand allerdings unter Idealbedingungen statt: Die Kupferleitungen waren dabei besonders hochwertig und nur 50 Meter lang.

Ein Techniker verlegt Glasfaserkabel für einen schnellen Breitband-Internetanschluss Wenn Glasfaserkabel bis ins Haus führen, könnte GX-Fast die Daten über die Kupfer-Infrastruktur im Haus schicken.
Damit ist der für den Test verwendete Übertragungsstandard XG-Fast wohl kaum als eine Lösung für den Breitbandausbau zu sehen, schon gar nicht als langfristige Alternative zum Glasfaserausbau. Als Möglichkeit, Glasfaser-Bandbreiten über eine Kupfer-Infrastruktur in Wohnhäusern zu übertragen, scheint XG-Fast allerdings sehr wohl herhalten zu können.

Besonders spannend wäre dieser Übertragungsstandard also in Zukunft für FTTB-Anschlüsse, also Glasfaser-Anschlüsse, die nur bis in den Keller eines Mehrfamilienhauses reichen. Häufig ist Mietern und Eigentümern die nachträgliche Aufrüstung mit Glasfaserkabeln nämlich zu teuer.

Die Telekom baut für den aktuellen Breitbandausbau überwiegend auf Vectoring-Technik: Dabei werden Glasfaserleitungen bis zu den grauen Verteilerkästen auf der Straße gelegt. Der Weg zwischen Verteilerkasten und den Kundenanschlüssen wird hingegen auf alten Kupferleitungen zurückgelegt – durch technische Optimierungen werden die Datenströme optimiert und ungewünschte Begleiterscheinungen, wie das Übersprechen, ausgeglichen.

Im nächsten Schritt plant die Telekom den G.fast-Ausbau, der Verbindungsgeschwindigkeiten bis zu 1.000 MBit/s über Kupferleitungen ermöglichen soll – allerdings müssen die Glasfaserleitungen dafür mancherorts näher an die Häuser verlegt werden.
 

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