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Glasfaser Telekom darf Internetanschlüsse von Konkurrenten ausbremsen

München, | 10:24 Uhr | awa

Da sich die Frequenzen der Vectoring-Signale der Telekom mit denen von Glasfaseranschlüssen ihrer Konkurrenten in den Kupferleitungen von Hausanschlüssen überschneiden und gegenseitig stören, darf die Telekom solche Glasfaserbasierten Internetanschlüsse drosseln oder ganz abschalten lassen. Das hat die Bundesnetzagentur entschieden, wie die Welt in ihrer Onlineausgabe berichtet. Laut Telekomangaben seien häufig Internet-Verbindungen von Vectoring-Leitungen ausgefallen, wenn auf den Kupferleitungen auch ein Glasfaseranschluss aktiv gewesen ist.

Glasfaserleitungen Glasfaser versus Vectoring - obwohl Glasfaser als zukunftsfähig gilt, erhält die Telekom mit Vectoring Vorrang.

Die Bonner Regulierungsbehörde hat in dieser Frage für die Telekom entscheiden, da sie die Ansicht des Ex-Monopolisten teilt, die Leitungen gehörten dem Unternehmen. Die Anbieter von Glasfaseranschlüssen waren hingegen der Meinung, die Kupferleitungen innerhalb der Gebäude gehörten dem Hauseigentümer. Auf Grundlage des Telekommunikationsgesetzes habe die Bundesnetzagentur aber entschieden, heißt es in dem Welt-Bericht weiter, dass „der (marktmächtige) Betreiber des Telekommunikationsnetzes, also derjenige, der die Funktionsherrschaft über das Netz besitzt“ Zugang zu diesem Netz erhalten müsse.  

Deshalb müssen Glasfaseranbieter künftig ihre Internetanschlüsse in betroffenen Häusern abschalten oder das Frequenzspektrum freimachen, was die Geschwindigkeit der Glasfaseranschlüsse auf bis zu 600 MBit/s reduziert. Über Glasfaser sind allerdings Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s möglich. Diese Bandbreiten werden momentan zwar noch wenig nachgefragt, aber der Bedarf daran soll steigen. Zudem hatte die Bundesregierung verkündet, beim Breitbandausbau den Fokus auf zukunftsfähige Glasfasertechnologie zu legen.

Entsprechend kritisiert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Stephan Albers, diese Entscheidung. „Der Regulierer räumt mit seiner Entscheidung der Vergangenheit Vorfahrt gegenüber der Zukunft ein“, sagte er gegenüber Welt.de. Mit Blick auf das Breitbandziel des Bundes, Deutschland bis 2025 flächendeckend mit Gigabit-Bandbreiten zu versorgen, hält er dieses „Quasi-Monopol“ für die Telekom für das „falsche Signal“.