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1&1 Werbeslogan "Das beste Netz" ist irreführend

München,

Der sechste Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln hat gestern mitgeteilt, dass der von dem DSL- und Mobilfunkanbieter 1&1 verwendete Werbeslogan „Das beste Netz gibt’s bei 1&1“ Verbraucher in die Irre führt. Er hat dem Unternehmen per einstweiliger Verfügung untersagt, in TV-Spots, Printmedien oder online damit zu werben. Zuvor hatte die Deutsche Telekom einen entsprechenden Antrag beim OLG Köln gestellt.

Der Firmensitz von 1&1 in Monabaur "Das beste Netz" gibt's nicht bei 1&1 - die gegenteilige Werbeaussage des Anbieters wurde für irreführend befunden.

Der vorsitzende Richter hat seine Entscheidung damit begründet, dass die 1&1-Werbekampagne suggeriert, das Unternehmen selbst sei Eigentümerin eines eigenen und unabhängigen Telekommunikationsnetzes und würde sich dadurch von Wettbewerbern abgrenzen. Das ist allerdings nicht der Fall: 1&1 nutzt hauptsächlich die Netze anderer Provider, unter anderem der Telekom, um ihre Produkte zu verkaufen.

Testsieg unter Festnetzanbietern rechtfertigt Werbung nicht

1&1 hat offenbar versucht, seine Werbekampagne mit dem Testsieg im Rahmen des Festnetztest der Zeitschrift Connect zu rechtfertigen. Denn wie das OLG weiter mitteilt, sei die Werbung auch deshalb nicht zulässig, weil der Anbieter unter den bundesweiten Anbietern im Rahmen dieses Tests die höchste Punktzahl erreicht hat. Zudem würde sich die beanstandete Werbeaussage eben nicht auf diesen Testsieg stützen, sondern auf die irreführende Aussage, dass 1&1 über das beste Netz verfüge.

Darüber hinaus darf 1&1 in seinen Werbemitteln auch die Markenzeichen der Telekom wie beispielsweise das „T“-Zeichen oder die Farbe Magenta nicht mehr einsetzen, heißt es in der Mitteilung weiter. Da die Werbung als irreführend eingestuft wurde, dürfen eingetragene Markenzeichen anderer Unternehmen – was im Rahmen von zulässiger vergleichender Werbung grundsätzlich zwar rechtens ist – nicht genutzt werden.

Diese Entscheidung des OLG ist noch nicht rechtskräftig. 1&1 steht es frei, Widerspruch einzulegen.

Update: 1&1 hat angekündigt, der Entscheidung des OLG zu widersprechen.

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