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Online-Banking PSD2-Umstellung sorgt immer noch für Probleme

München, | 14:26 Uhr | dgi

Vor einigen Wochen begannen Banken mit der Umstellung auf die neuen europäische Zahlungsdienstrichtlinien, auch Payment Service Directive (PSD2) genannt. Sie versprach mehr Sicherheit für Nutzer des Online-Banking. Mittlerweile regt sich jedoch Kritik – vor allem an der stotternden technischen Umsetzung einiger Banken. Teilweise schaltet sich auch die Verbraucherzentrale ein.

dreiste Bankgebühr: Kosten für SMS-Versand bei mTAN Probleme mit Online-Banking unter PSD2
Schon seit dem 14. September gilt die PSD2. Die Umstellung betraf Kunden fast aller Banken und sollte die Nutzung von Online-Banking deutlich sicherer machen – unter anderem durch eine sogenannte starke Authentifizierung. Mit der erhöhten Sicherheit kam es jedoch auch zu einer höheren Fehlerfrequenz. „Vorfälle, welche das Online- oder Mobile-Banking betreffen, sind seit dem 9. September leicht angestiegen“, erklärte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegenüber der „Welt am Sonntag“. In der Woche vom 9. bis zum 15. September stellten fast alle Banken ihr Online-Banking gemäß PSD2 um.
 
Während die BaFin nur von einer leichten Erhöhung der Probleme spricht, sieht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Umstellung sehr viel kritischer: „Die Beschwerden haben in den vergangenen Tagen sogar noch einmal zugenommen“, sagt eine Sprecherin gegenüber der Sonntagszeitung. Unter anderem gäbe es bei einigen Anbietern Fehler beim Login. Die neue Anmeldung sei in vielen Fällen zudem noch zu kompliziert, so die Verbraucherzentrale.

 

Abmahnung an die Commerzbank, Postbank mit Problemen

 
Bei der Umstellung fiel unter anderem die Postbank auf, ebenso wie die Commerzbank und Comdirect. Bei diesen Banken war es zeitweise nur eingeschränkt möglich, sich anzumelden. Die Commerzbank steht darüber hinaus noch in der Kritik. So verlangt der Anbieter für jede Anmeldung via mobilTAN, auch mTAN genannt, eine Gebühr von 12 Cent. Der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist das ein Dorn im Auge: „Es kann nicht sein, dass der Kontoblick schon Geld kostet“.
 
Der Verein hat der Commerzbank deswegen Anfang Oktober ein Abmahnungsschreiben zukommen lassen. Hintergrund ist, dass SMS beim Online-Banking laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nur dann etwas kosten dürfen, wenn damit tatsächlich eine Überweisung ausgelöst wird. „Ändert die Commerzbank ihre Preispolitik nicht, werden wir klagen“, erklärte die Verbraucherzentrale ihre Absichten. Die Commerzbank äußerte sich nicht zu der Abmahnung, wolle sie aber prüfen.

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