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Streaming-Dienste Netflix und YouTube reduzieren Datenraten in Europa

München,

Weniger Datenverkehr in Zeiten von COVID 19: Netflix und YouTube haben auf Bitten der Europäischen Union bekannt gegeben, ihren Traffic zu drosseln. Damit soll eine Überlastung des europäischen Internets verhindert werden.

Netflix-Logo Netflix und YouTube reduzieren Daten-Traffic in Europa

Die Datenströme in Europa sollen entlastet werden. Daher wandte sich die Europäische Union direkt an die Schwergewichte im Bereich Internet-Traffic. Mit Erfolg: Im Laufe des Tages gaben sowohl Streaming-Anbieter Netflix wie auch das Video-Portal YouTube bekannt, ihren Datenverkehr reduzieren zu wollen. Rund 25 Prozent weniger Traffic will Netflix verursachen, so das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber der amerikanischen Website The Verge. Dabei soll die Qualität aber nicht leiden.
 
YouTube machte keine Angaben zur Reduzierung. Dafür sagte das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters: „Wir verpflichten uns, temporär den gesamten Datenverkehr in der EU auf die Standarddefinition umzustellen.“ Standarddefinition (SD) verbraucht weniger Daten als das normalerweise aktivierte HD (high definition).
 

Trotz steigendem Datenverbrauch: Netzbetreiber zeigen sich zuversichtlich

 
Die Angst vor einer Überlastung der europäischen Breitbandnetze teilen die Netzbetreiber derweil nicht. Alle Anbieter in Deutschland und europaweit versicherten, dass ihre Netze die Auslastung gestemmt bekommen. Auch der deutsche Knotenpunkt des Internets, der DE-CIX, gibt Entwarnung: Obwohl es einen spürbaren Anstieg von 800 Gigabit in der vergangenen Woche gab, sei man noch lange nicht ausgelastet. Darüber hinaus habe man vorgesorgt, so DE-CIX-Chef Thomas King im Interview mit Zeit Online. Sobald die Auslastung des Knotens 63 Prozent erreiche, würde man technisch nachrüsten, um wieder unterhalb von 63 Prozent zu landen.
 
In den vergangenen Tagen wurde immer wieder die Sorge geäußert, dass es zu Internet-Engpässen aufgrund von mehr Homeoffice und Schulausfällen kommen könnte. Einige europäische Länder behalten sich deshalb auch die Möglichkeit vor, ausgewählte Dienste zu drosseln. Dazu ist es bisher aber noch nicht gekommen.

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