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Mittelstand vielerorts ausgebremst Unternehmen auf dem Land leiden unter langsamem Internet

München,

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland fühlt sich durch zu langsames Internet gehemmt. Zu diesem Ergebnis ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag 2015 im Rahmen einer Umfrage unter 1.849 Betrieben gekommen. Vor allem mittelständische Unternehmen in dünner besiedelten Regionen wie dem Schwarzwald leiden unter dem mangelhaften Ausbau, wie süddeutsche.de in einem aktuellen Artikel berichtet.

Landschaft in Deutschland Mittelständler, die in dünn besiedelten Gebieten schnelles Internet brauchen, müssen häufig in die Ferne schweifen.
Dabei sollen laut den Plänen der Bundesregierung bis 2018 flächendeckend 50 MBit/s in Deutschland angeboten werden können. Derzeit, so heißt es in dem Artikel weiter, sind noch weniger als drei Viertel der Bundesrepublik mit dieser Bandbreite versorgt. Nur rund 71 Prozent der Bevölkerung können auf solche schnellen Anschlüsse zurückgreifen. Im Schnitt surfen Verbraucher in Deutschland derzeit mit 13,7 MBit/s im Netz und stehen damit in einem internationalen Ranking auf Platz 26 – hinter Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Lettland.
 

Breitbandförderung laut Experten ein Witz


Bislang hat die Bundesregierung vier Milliarden Euro für den Breitbandausbau ausgegeben. Auf Anfrage von süddeutsche.de teilte das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit, dass insgesamt 1.170 Planungs- und Beratungsanträge bewilligt und 171 Anträge für Netzausbauprojekte stattgegeben worden wären. Das sei allerdings noch gar nichts, erklärt Tabea Rößner, die Netzexpertin der Grünen im Bundestag gegenüber der Zeitung. Sie hält süddeutsche.de zufolge, wie auch andere ungenannte Experten, die Breitbandförderung für einen Witz.

Zum einen, so Rößner weiter, seien die Impulse falsch gesetzt, da viel Geld in die Beratung fließen würde. Allerdings würde am Ende aber kaum in den betroffenen Kommunen gebaut. Zum anderen bezeichnet sie das Programm in Gänze als „schädlich für die Zukunft“. Sie fordert den Ausbau von Glasfaser, anstatt Kupferleitungen aufzurüsten. Denn 50 Mbit/s seien schon fast wieder veraltet.

Die Deutsche Telekom beruft sich indes auf ihre betriebswirtschaftlichen Interessen. Gegenüber süddeutsche.de sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass es Gründe dafür gebe, wenn das Unternehmen irgendwo Bereiche nicht aus eigener Tasche ausbaue. Viele Regionen sind für einen teuren Netzausbau zu dünn besiedelt.

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