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Digitaler Meilenstein Kuba startet Testversuche für private Internetanschlüsse

München,

Um im Internet zu surfen, mussten Kubaner bislang auf WLAN-Hotspots oder Internetcafés zurückgreifen. Nun startet der karibische Inselstaat ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen rund 2.000 Haushalte in Havanna einen privaten Internetanschluss erhalten sollen, wie tagesschau.de heute berichtet.

Kuba Flagge Auf Kuba sollen bald auch private Internetanschlüssen angeboten werden - bis 2020 für die Hälfte aller Haushalte.
Nach einer zweimonatigen Testphase soll geprüft werden, ob auch in anderen Teilen des Landes private Internetanschlüsse verlegt werden. Zudem hat die kubanische Regierung laut des Berichts bereits angekündigt, dass bis zum Jahr 2020 die Hälfte aller Haushalte der Insel einen eigenen Internetanschluss haben soll. Aktuell kommen nur Ärzte, Journalisten und Wissenschaftler in den Genuss eines privaten Internetanschlusses auf der Insel.

200 WLAN-Hotspots auf ganz Kuba

Alle anderen Kubaner haben derzeit nur die Möglichkeit, in einem Internetcafé oder über einen der 200 WLAN-Hotspots im ganzen Land im Internet zu surfen. Wie es auf n-tv.de heißt, gehen pro Tag ungefähr 250.000 Menschen mit ihren mobilen Endgeräten über einen solchen WLAN-Hotspot online. Eine Stunde surfen hat bislang zwei US-Dollar gekostet und kostet seit Montag nur noch 1,50 US-Dollar – bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 20 US-Dollar eine horrende Summe für kubanische Verbraucher.

Wie n-tv.de weiter berichtet soll der Preis für mobiles Internet der nationalen Telefongesellschaft Etecsa zufolge um 25 Prozent im Schnitt gesenkt und zwei Tarife für nationale und internationale Webseiten ins Leben gerufen werden.

Nach wie vor pflegt Kuba einen restriktiven Umgang mit Webseiten ausländischer Anbieter. So seien staatskritische Nachrichtenportale oder etwa Skype laut tagesschau.de gesperrt. Demnach würde die NGO „Reporter ohne Grenzen“ kritisieren, dass das Internet nach wie vor drastisch zensiert würde. Allerdings hat Etecsa vor einigen Wochen mit Google vereinbart, dass die Netzgeschwindigkeit bei Diensten wie Youtube verbessert werden soll.

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