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Ifo-Institut Glasfaserausbau "weder notwendig noch finanzierbar"

München,

Das ifo Institut steht einem forcierten Ausbau des Breitbandinternets in Deutschland skeptisch gegenüber. Schnelle Internetverbindungen werden derzeit nur geringfügig genutzt, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Donnerstag mitteilte. Es bestünde die Gefahr, dass Steuergelder verschwendet würden, wenn der Staat breitflächig ohne Rücksicht auf Nutzerzahlen ausbaut.

Straße mit Glasfaserkabeln Geht es nach dem Ifo-Institut, braucht es keinen flächendeckenden Glasfaserausbau.
Punktuelle Ausbauhilfen schließe dies nicht aus, wie Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomie und neue Technologien sagte. „Zumindest mittelfristig erscheint ein flächendeckender Ausbau von Glasfaser-Verbindungen bis zum Endkunden, der Milliardeninvestitionen erfordert, weder notwendig noch finanzierbar.“

Bei einer Untersuchung der Nutzerzahlen fand das ifo heraus, dass Anschlüsse mit mehr als 16 MBit/s nur 43,3 Prozent des Marktes ausmachen und das obwohl in 85,9 Prozent der deutschen Haushalte mehr als 16 MBit/s zur Verfügung stehen. Allerdings stehen die Zahlen nicht direkt in Relation: Rechnet man die Haushalte, in denen maximal 16 MBit/s zur Verfügung stehen, nämlich heraus, dürfte der Anteil der Internetnutzer mit mehr als 16 MBit/s steigen.

Mit der Digitalen Agenda will der Bund flächendeckend in Deutschland das Internet beschleunigen: Bis 2018 sollen überall zumindest 50 MBit/s zur Verfügung stehen. Dabei setzen Politik und Netzbetreiber auf einen Technologiemix, etwa aus VDSL-Vectoring, TV-Kabelnetz und Glasfaseranschlüssen.
 

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