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Glasfaser Telekom will flächendeckende Versorgung von Berlin

München,

Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner hat laut verschiedener Medienberichte auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin angekündigt, die deutsche Bundeshauptstadt flächendeckend mit schneller Glasfaser versorgen zu wollen. Die Hälfte der Ausbaukosten würde die Telekom, die selbst nur einen Marktanteil von knapp 27 Prozent in der Hauptstadt hält, übernehmen. Für die übrigen 50 Prozent sucht der Marktführer einen oder auch mehrere Partner, die sich an dem Projekt beteiligen wollen.

Michael Hagspihl und Dirk Wössner, Telekom Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner (re.) bietet Partnerschaft beim Glasfaser-Ausbau in Berlin an. Foto: Telekom

Mit dieser Ankündigung hat Wössner quasi ein Angebot wiederholt, dass der Geschäftsführer der Deutschen Telekom AG, Tim Höttges, bereits Mitte August direkt an United Internet gerichtet hatte: „Ich biete 1&1 verbindlich an, dass wir ab sofort gemeinsam Glasfaserkabel verlegen und bundesweit mehr als fünf Millionen Haushalte an das schnelle Breitbandnetz anschließen.“, so Höttges laut inside-handy.de. Im gleichen Zuge kritisierte er allerdings, dass United Internet bislang noch kein einziges Kabel in Deutschland selbst verlegt habe und zunächst die Bereitschaft beweisen müsse, überhaupt in Infrastruktur investieren zu wollen.

1&1 fordert höhere Beteiligung der Telekom

Dem Geschäftsführer der United-Internet-Gruppe, Ralph Dommermuth, geht das Angebot der Telekom allerdings nicht weit genug. Mit Verweis auf den deutlich kleineren DSL-Kundenstamm von 1&1 im Vergleich zur Telekom hält Dommermuth es für fair, wenn das Investment in einen gemeinsamen Glasfaserausbau zu 75 Prozent von der Telekom getragen würde. 1&1 würde aufgrund des geringeren Kundenstamms neue Netze nicht so gut auslasten können wie der Bonner Konkurrent.

Mit Blick auf den Berliner Markt antwortet Wössner nun allerdings, dass es wohl kaum fair sei, wenn die Telekom bei einem Marktanteil von lediglich 27 Prozent jedoch 75 Prozent des Ausbaus finanzieren solle. Zudem liefe dann alles wieder auf eine Regulierung hinaus. Denn wenn die Telekom drei Viertel übernimmt, würde ein Netz entstehen, das in gleichem Maße auch der Telekom gehöre, so Wössner. Und dann wäre nach Wünschen aller Wettbewerber wieder eine Regulierung notwendig, wogegen sie sich wehren würden.

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