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Frei Fahrt für Breitbandausbau Bundesnetzagentur will Glasfaser möglichst wenig regulieren

München, | 14:52 Uhr | awa

Um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Telekommunikationsunternehmen zu fördern, hat die Bundesnetzagentur entschieden, dass die Regulierung von Glasfasernetzen anders als die des Kupfernetzes „auf das absolut erforderliche Mindestmaß beschränkt werden“ soll. Das berichtet unter anderem das Onlinemagazin heise.de und beruft sich dabei auf eine Untersuchung zur Marktdefinition und -analyse der Bonner Behörde zur sogenannten „letzten Meile“.

Glasfaserbündel Beim Glasfaserausbau will die Bundesnetzagentur möglichst wenig eingreifen und den Akteuren viel Spielraum lassen.
In dieser Untersuchung kommt die BNetzA laut heise.de unter anderem zu dem Schluss, dass die für eine Internetleitung üblichen Anschlusstechnologien Kupfer, Glasfaser und Kabel „austauschbar“ seien und deshalb in einem Markt zusammengefasst werden könnten. Anders als beim Kupfernetz, das in Deutschland nahezu komplett der Deutschen Telekom gehört, soll beim Glasfasernetz aber auf „tiefe regulatorische Eingriffe“ wie etwa Preisvorgaben, Zugangsverpflichtungen oder Diskriminierungsverbote, so heise.de, verzichtet werden.

Bevor die BNetzA die Untersuchung am vergangenen Dienstag veröffentlicht hat, konnten Telekommunikationsunternehmen und -verbände die Meinung dazu äußern. Daraus sei hervorgegangen, dass die meisten von ihnen flexible Vorschriften und „marktnahe Lösungsansätze“ befürworten. Dass ein Wille zur Zusammenarbeit zwischen Netzbetreiber vorhanden ist, zeigt auch die Kooperation zwischen der Telekom und EWE, die im März ein Joint Venture namens Glasfaser NordWest zum Glasfaserausbau im Norden Deutschlands gegründet haben.

"Glasfaser ist die Technologie für die Gigabit-Welt", betonte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann. "Die erfolgreiche Regulierung des bestehenden Kupfernetzes der Telekom ist auf neu zu bauende Glasfasernetze nicht übertragbar."