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Kabel-Fusion EU-Kommission sieht Übernahme von Unitymedia kritisch

München, | 15:23 Uhr | awa

Die geplante Übernahme von Unitymedia durch Vodafone könnte den Wettbewerb in Deutschland ausschalten und somit negative Folgen unter anderem für Verbrauchen haben. Deshalb hat die EU-Kommission Bedenken an der angedachten Fusion zwischen den beiden Kabelnetzbetreibern geäußert, wie es gestern aus Brüssel mitgeteilt wurde. Deshalb soll die Übernahme nun eingehender geprüft werden.

Logo Vodafone Vodafone will Unitymedia schlucken, aber die EU-Kommission hat wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet.

„Mit unserem eingehenden Prüfverfahren soll sichergestellt werden, dass die Übernahme […] nicht zu höheren Preisen, weniger Auswahl und einer eingeschränkten Innovation bei Telekommunikations- und TV-Diensten führt“, so die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager laut Pressemitteilung.

Außerdem fürchtet die EU-Kommission, dass der neu entstehende Kabelriese eine zu starke Verhandlungsposition gegenüber Fernsehsendern in Deutschland erlangen und zudem seine Bemühungen um Investitionen in die nächste Netzgeneration massiv einschränken könnte. Neben der Situation in Deutschland sollen auch die Folgen einer möglichen Übernahme in Tschechien geprüft werden.

Die EU-Kommission hat nun 90 Arbeitstage, also bis zum 2. Mai 2019, Zeit, um die Fusion wie angekündigt zu prüfen und zu ermitteln, ob die Bedenken gerechtfertigt sind. Am 19. Oktober 2018 hatte Vodafone die Übernahme in Brüssel angemeldet und das Bundeskartellamt dann am 7. November beantragt, die Fusion in Deutschland prüfen zu lassen.