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Berechnungen des BREKO Deutsche Breitbandziele werden nicht erreicht

München,

Mindestens 50 MBit/s sollte es ab 2018 flächendeckend in ganz Deutschland geben – doch das Ziel der Bundesregierung wird laut Berechnungen des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) nicht erreicht. Bestenfalls sollen 85 Prozent aller Haushalte mit 50 MBit/s oder mehr im Internet surfen können. Als Grund dafür sieht der Verband für alternative Netzbetreiber etwa einen starken Doppelausbau in Gebieten mit paralleler Breitbandkabel-Infrastruktur.

Glasfaserkabel werden neu verlegt. Die Erschließlung von Gebäuden mit Glasfaserkabeln soll beim Breitbandausbau oberstes Ziel sein.
Die für eine Marktanalyse gesammelten Daten zeigen, dass die Breitbandziele der Bundesregierung nicht mehr erreicht werden könne. Die Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur soll den Ausbau in unterversorgten Gebieten sogar noch verlangsamen.

Dem BREKO zufolge seien im vergangenen Jahr 70 Prozent aller Investitionen nicht auf das Breitbandziel, sondern auf den Überbau bereits vorhandener NGA-Netze eingezahlt worden. In erster Linie soll dabei die Deutsche Telekom für den Doppelausbau verantwortlich sein.

„Der Überbau wird sich weiter intensivieren – denn durch die vom Regulierer abgesegnete Ausbauverpflichtung wird die Deutsche Telekom nun in den vielfach gut versorgten Nahbereichen bereits vorhandene NGA-Infrastrukturen überbauen. Das ist regulatorisch angeordneter Überbau“, sagt Prof. Dr. Nico Grove, Mitglied des BREKO-Beirats und CEO des Instituts für Infrastrukturökonomie & Management.

Für bessere Rahmenbedingungen beim Breitbandausbau müssen dem BREKO zufolge drei Punkte erfüllt sein: Ein durch die Regierung ausgegebenes Infrastrukturziel, basierend auf Glasfaseranschlüssen, die Ausrichtung der Bundesnetzagentur nach diesem Ziel und Kooperation der Anbieter beim Ausbau sowie Open-Access-Netze, um strategischen Überbau zu verhindern.
 

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