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Studie zum Telekommunikationsmarkt Trotz massivem Ausbau - Gigabit-Internet noch lange nicht flächendeckend verfügbar

München, | 15:45 Uhr | dgi

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) hat die 21. TK-Marktanalyse Deutschland 2019 vorgestellt. In der Studie zum Telekommunikationsmarkt wurde unter anderem der aktuelle Ausbau des Gigabit-Internets gemessen. Aber auch die aktive Nutzung von Anschlüssen mit mehr als 250 MBit/s und die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone spielten eine Rolle.

Glasfaserbündel Der Gigabit-Ausbau in Deutschland geht voran
In Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Dialog Consult stellte der VATM auch 2019 wieder seine TK-Marktanalyse Deutschland (PDF) vor. Die 21. Ausgabe wurde in Köln präsentiert. Einen zentralen Punkt nahm dabei der Breitband-Ausbau in der Bundesrepublik ein. Das flächendeckende Gigabit-Internet bleibt dabei ein weit entferntes Ziel. So attestierte der Verband dem Markt zwar „einen massiven Gigabit-Ausbau“, jedoch sei man „von einem flächendeckenden Ausbau in naher Zukunft noch weit entfernt“. Deutschland dürfe nicht hinter den USA und asiatischen Ländern zurückfallen, so der VATM.
 
Vom Ausbau profitieren vor allem die sogenannten TV-Kabelnetzte (HFC) mit DOCSIS 3.0 und DOCSIS 3.1. So sollen bis Ende des Jahres 14,7 Millionen Anschlüsse gigabitfähig sein. 2018 waren es erst 7,4 Millionen. Bei echten Glasfaseranschlüssen ist die Steigerung derweil nicht ganz so hoch: Ende 2019 sollen davon 4,4 Millionen existieren. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 20 Prozent. Es gibt bei diesen Zahlen jedoch zwei Einschränkungen. Die Erste ist die Überschneidung. So rechnet der VATM damit, dass es eine rund 60-prozentige Überschneidung gibt. Das heißt, dass in mehr als der Hälfte der Fälle ein Anschluss sowohl auf FFTH/B sowie DOCSIS 3.1 zurückgreifen könnte.

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Telekom bleibt Marktführer fast ohne Glasfaser

 
Einschränkung Nummer zwei: Nur weil es Gigabit-Internet gibt, heißt das nicht, dass Kunden das Angebot auch annehmen. Rund zwei Drittel aller Glasfaser-Anschlüsse bleiben inaktiv. Beim Kabelnetz ist der Wert noch höher. So werden nur 3,3 Millionen von insgesamt 14,7 Millionen Anschlüsse auch voll ausgenutzt. Der Schwerpunkt bei der Bandbreite liegt weiterhin im Bereich von 16 MBit/s bis 250 MBit/s. Mehr als 70 Prozent aller Anschlüsse befinden sich in diesem Rahmen. Mit mehr als 250 MBit/s surfen gerade einmal 3,4 Prozent. Das untere Spektrum ist mit 6 Prozent (unter 6 MBit/s) und 18,5 Prozent (6 bis 16 MBit/s) deutlich gewichtiger.
 
Weitere Beachtung hat die Aufteilung der Breitbandkunden im Jahr 2019 erhalten. Auslöser dafür ist vor allem die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. Und obwohl der Telekommunikations-Anbieter aus Düsseldorf damit zur sicheren Nummer zwei auf dem deutschen Markt wird, bleib das Unternehmen immer noch hinter der Deutschen Telekom zurück. Mit einem Anteil von 40 Prozent (Telekom) und 30 Prozent (Vodafone) teilen beide Anbieter den Markt beinah unter sich auf. Andere Unternehmen wie 1&1 oder Telefónica sowie kleine lokale Player können kaum mithalten. Interessant: Bei der Telekom spielt Glasfaser weiterhin eine untergeordnete Rolle. „Die Wettbewerbsunternehmen haben mehr echte Glasfaser-Kunden als die Telekom an einsatzfähigen FTTB/H-Anschlüssen aufweist“, erklärt der VATM.

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