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Ab 2018 in der EU Netflix und Co. grenzenlos genießen

München,

Nach dem EU-Parlament hat auch der Ministerrat den Entwurf zur „grenzüberschreitenden Portabilität“ abgesegnet. Damit können kostenpflichtige Streaming-Dienste von 2018 an auch im EU-Ausland wie gewohnt genutzt werden.

Stromverbrauch von Fernsehern: Bildschirmgröße des TV-Geräts beeinflusst Stromkosten. Streaming-Inhalte können Internetnutzer künftig auch im EU-Ausland wie gewohnt nutzen.

Am Donnerstag hat der Ministerrat dem Entwurf seine Zustimmung gegeben. Nun folgt die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt und im ersten Quartal 2018 die Umsetzung durch die Anbieter. Das neue Gesetz erlaubt es Kunden von kostenpflichtigen Musik- und Videostreaming-Diensten wie Spotify, Netflix und Amazon Prime Video, die Dienste im gewohnten Umfang auch im EU-Ausland zu nutzen. Vor allem Urlauber und Geschäftsreisende mit Zielen in der Europäischen Union profitieren von den neuen Geoblocking-Regeln.

Kostenfreie Angebote, wie Mediatheken von TV-Sendern, werden aber wohl auch weiterhin nicht im Ausland verfügbar sein – eine völlige Abschaffung von Geoblocking wird es mit diesem Schritt also nicht geben. Für Reisende bedeutet das, dass (kostenlose) heimische Inhalte im Ausland gesperrt sind und auch Inhalte aus Nachbarländern innerhalb von Deutschland nicht abrufbar sein werden.

Gerade letzteres würde für viele Europäer dem Verständnis nach aber zu einem Europa ohne digitale Grenzen gehören. Bis vor einigen Jahren war es in Grenzregionen noch ohne weiteres möglich, TV-Sender des Nachbarlandes zu empfangen – dies wird durch Verschlüsselung der Antennen und Sat-Signale immer häufiger verhindert.

Einige Streaming-Anbieter geben Kunden bei Aufenthalt im Ausland derzeit noch die entsprechend im Aufenthaltsland verfügbaren Inhalte aus – so etwa Netflix oder auch der TV-Streaming-Anbieter Zattoo. Ob Nutzer auch nach Umsetzung der neuen EU-Vorgaben noch Zugriff auf ausländische Inhalte haben, ist noch offen.

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