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Studie: Viele Deutsche schätzen Risiken falsch ein

München, 27.12.2016 | 13:47 | kro

Einige Risiken des alltäglichen Lebens schätzen viele Deutsche entweder zu hoch oder zu niedrig ein. Das zeigt eine aktuelle Studie der Technischen Hochschule Köln und der Universität Erlangen-Nürnberg, über die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet.

Gelbes Dreieck mit Blitz Viele Deutsche schätzen Lebensrisiken offenbar falsch ein.
Demnach überschätzen die Befragten vor allem die Risiken, die sich besonders selten bewahrheiten. Dies betrifft laut den Studienautoren gerade sehr dramatische und damit medienwirksame Ereignisse. So wird die Gefahr, das Opfer eines tödlichen Terroranschlags zu werden, um das 30-Fache überschätzt. Ebenfalls überschätzt werden die Risiken tödlicher Motorradunfälle, tödlicher Geisterfahrerunfälle sowie tödlicher Auto- und Fußgängerunfälle.

Demgegenüber unterschätzen die Deutschen vor allem die Risiken, die im Alltag vergleichsweise häufig auftreten. So wird etwa die Gefahr eines Wohnungsbrands um das 350-Fache unterschätzt, das Risiko eines Leitungswasserschadens um das 275-Fache. Auch die Wahrscheinlichkeit, selbst in einen zivilen Rechtsstreit zu geraten, unterschätzen die Deutschen um das 200-Fache. Mit einem Wert von über dem 1000-Fachen wird vor allem das Risiko eines Straftatverdachts enorm unterbewertet. Auch gesundheitliche Risiken und die Gefahr eines Einbruchs werden laut der Studie häufig unterschätzt.

„Der Grund dafür ist, dass wir die Möglichkeit überschätzen, unser eigenes Umfeld und unser Leben im Griff zu haben“, so Horst Müller-Peters von der TH Köln. Einer realistischen Risikoeinschätzung stehe hierbei der Schutz des positiven Selbstbilds im Wege.

Bei der Umfrage wurde die Einschätzung zu insgesamt 33 Lebensrisiken abgefragt.

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