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Höhere Versicherungsbeiträge durch Unisex-Tarife?

München, 16.3.2011 | 18:15 | sge

Die vom Europäischen Gerichtshof beschlossene geschlechterunabhängige Neuregelung der Versicherungstarife wird den Assekuranzen einiges abverlangen. Mit dem Zwang zur Neuberechnung ergeben sich höhere Kosten, die mittelfristig auf alle Versicherten umgelegt werden sollen.

Wegen der Einführung von Unisex Tarifen müssen Verbraucher mit erhöhten Versicherungskosten rechnen.Wegen der Einführung von Unisex Tarifen müssen Verbraucher mit erhöhten Versicherungskosten rechnen.
Bislang werden die meisten Versicherungstarife auf der Basis statistischer Risikoeinschätzungen berechnet. In einigen Versicherungsbereichen ergeben sich auf diese Weise unterschiedliche Berechnungsgrundlagen für Männer und Frauen. So zahlen Frauen zum Beispiel bislang in der Kfz-Versicherung durchschnittlich weniger als Männer, weil sie statistisch betrachtet sicherer fahren. In der privaten Altersvorsorge hingegen zahlen sie aufgrund einer höheren Lebenserwartung durchschnittlich höhere Beiträge als Männer.

Auf der Basis des Gleichstellungsgrundsatzes hat der Europäische Gerichtshof allerdings nun eine Änderung beschlossen. Spätestens ab dem 21. Dezember 2012 müssen alle Versicherungsunternehmen für ihre Versicherten einheitliche Sätze, sogenannte Unisex-Tarife, anbieten. Der Widerstand gegen dieses Urteil innerhalb der Versicherungsbranche ist groß. Dies unter anderem deshalb, weil damit in den Augen der Versicherer keine wirklich risikogerechte Absicherung mehr möglich sein wird.

Darüber hinaus zwingt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes die Assekuranzen zu einer kompletten Überarbeitung ihres tariflichen Berechnungssystems. Dies und auch die Änderung aller Dokumente und Unterlagen wird nach Expertenansicht enorme Kosten nach sich ziehen, die über kurz oder lang direkt an die Versicherten weitergegeben werden. Das bedeutet: Alle Versicherten müssen spätestens ab dem kommenden Jahr mit einer Erhöhung ihrer Versicherungskosten rechnen.

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