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Ergo setzt Chefs von Finanzvertrieb HMI vor die Tür

München, 8.12.2011 | 18:13 | tei

Der in die Negativschlagzeilen geratene Versicherungskonzern Ergo zieht Konsequenzen aus den Skandalen des Jahres 2011. Wie Rolf Wiswesser, Vorstand der Ergo Versicherungsgruppe AG, während einer telefonischen Pressekonferenz mitteilte, müssen Wolfgang Thust, Manfred Rump und Herbert Knoll, drei Gründer des hauseigenen Finanzvertriebs HMI, ihren Hut nehmen. Auf Nachfrage erklärte Wiswesser, die Verträge mit den sogenannten "Urgenerälen" wurden einvernehmlich zum Jahresende hin aufgelöst.

Die Ergo trennt sich von drei Gründern der HMI - hält aber am Strukturvertrieb fest. Foto: Ergo.Die Ergo trennt sich von drei Gründern der HMI - hält aber am Strukturvertrieb fest. Foto: Ergo.
Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky dementierte allerdings, dass diese Maßnahme in Verbindung mit der skandalträchtigen Budapest-Reise der HMI stünde. Es seien nicht alle drei HMI-Köpfe bei der fraglichen Incentive-Reise dabei gewesen, Ergo bezeichnete den Trip offiziell als "Fehlverhalten einiger." Trotz der Vorkommnisse will der Versicherer nach Aussage von Wiswesser auch weiterhin am Strukturvertrieb über HMI festhalten. Die Beratung der Kunden solle jedoch verbessert werden. Dem Konzern wurden in der Vergangenheit Beratungsfehler vorgeworfen.

Neben der Kundenberatung beziehe sich die Qualitätsverbesserung vorrangig auf die Bereiche Beratung und Steuerung sowie Kultur und Werte. Als Zeichen des Neustarts erhält die Vertriebsorganisation ab Januar 2012 auch einen neuen Namen, der die Marke Ergo beinhalten soll. Allerdings stehe die Bezeichnung noch nicht endgültig fest.

Zur angekündigten Sonderprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht äußerte sich die Munich Re-Tochter hingegen nicht. Auslöser waren Unregelmäßigkeiten bei tausenden von der Ergo verkauften Riester-Verträgen. Dem Konzern wird vorgeworfen, seinen Kunden mehr berechnet zu haben als vertraglich vereinbart. Auch bezüglich Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Ergo-Skandale machte das Unternehmen keine Aussage.

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