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Guter Vorsatz für 2017 Werden Sie Ihr eigener Finanzoptimierer

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Versicherungen, Mobilfunkrechnung, Miete, Nebenkosten – der Überblick über die eigenen Finanzen geht schnell verloren. Dabei kann die genaue Kenntnis von Einnahmen und Ausgaben beträchtliche Sparpotenziale aufdecken. Der Erfolg wird sich auf dem Tagesgeldkonto bald bemerkbar machen.
Finanzoptimierung

Um ihre finanzielle Lage zu verbessern, sollten sich Verbraucher zunächst einen guten Überblick verschaffen.

Mehr Sport treiben, gesünder ernähren oder mit dem Rauchen aufhören – der Jahreswechsel ist für viele auch die Zeit der guten Vorsätze. Warum also nicht mal den Vorsatz machen, finanziell flexibler zu werden? Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen und Gebührenerhöhungen empfiehlt es sich, die eigenen Finanzen mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch können Sparpotentiale entdeckt und unnötige Ausgaben verhindert werden.

Auch künftige finanzielle Entscheidungen lassen sich so zuverlässiger abwägen. Ein genauer Überblick – und nicht mehr nur eine vage Vorstellung – von den eigenen Finanzen kann der erste Schritt zum Vermögensaufbau sein.

Mit einem Haushaltsbuch den Überblick bewahren

Eine einfache und effiziente Möglichkeit, mehr Struktur in die eigenen Finanzen zu bekommen, besteht darin, ein Haushaltsbuch zu führen. In der Nachkriegszeit, als die finanziellen Mittel knapp waren, war es gang und gäbe, monatliche Einnahmen und Ausgaben festzuhalten. Auch heutzutage hilft ein Haushaltsbuch dabei, sich zu vergegenwärtigen, wofür das hart erarbeitete Geld Monat für Monat ausgegeben wird.

Auch häufige kleine Ausgaben summieren dabei oft zu beträchtlichen Posten. Dann zeigt sich, wieviel die ein oder andere Angewohnheit wirklich kostet: Wer beispielsweise auf dem täglichen Weg zur Arbeit jedes Mal einen Kaffee für drei Euro kauft, wird feststellen, dass ihn der Wachmacher im Monat um die 60 Euro kostet. Im Jahr könnten um die 700 Euro zusammenkommen. Nur einen Bruchteil davon würde es wahrscheinlich kosten, den Kaffee schon zuhause zu trinken.

Kostenlos im Internet oder als App fürs Smartphone

Digitale Haushaltsbücher lassen sich in der Regel kostenlos von den Internetseiten zahlreicher Banken und Computer-Magazine herunterladen. Der Beratungsdienst „Geld und Haushalt“ der Sparkassen-Finanzgruppe stellt beispielsweise auf seiner Internetseite ein kostenloses Haushaltsbuch im PDF-Format zur Verfügung. Alternativ kann dort auch kostenlos mit dem „Web-Bugetplaner“ ein Haushaltsbuch online geführt werden. Dazu reicht eine kurze anonyme Registrierung.

Hier können Verbraucher auch die App „Der Finanzchecker“ für Android oder iOS kostenlos herunterladen. Mit dieser Anwendung lässt sich auch von unterwegs eine aktuelle Übersicht über die Finanzen erstellen. Neben einer Schnellansicht, wieviel Geld für den Monat noch übrig ist, liefert die App grafische Auswertungen und Statistiken über lange Zeiträume. Die App MoneyControl von Priotecs Mobiware ist für rund drei Euro für PC, Android, iOS und Windows Phone erhältlich. Die Anwendung punktet vor allem durch Sicherheit. Alle Daten werden lokal gespeichert und die App kann mit einer PIN zusätzlich gesichert werden.

Einfacher sparen mit persönlicher Sparquote

Wer sich erst einen Überblick über die eigenen Finanzen verschafft hat, kann ganz einfach seine persönliche Sparquote ausrechnen. Die Sparquote gibt an, wieviel Prozent des monatlichen Einkommens gespart wird. Um die persönliche Sparquote zu berechnen, teilt man das monatlich gesparte Geld durch das Nettoeinkommen. Als Ergebnis erhält man eine Wert zwischen null und eins. Diesen Wert multipliziert man mit 100 und erhält damit die Sparquote in Prozent. Wer beispielsweise 2000 Euro netto verdient und 200 Euro spart, erhält einen Wert von 0,1. Mit 100 multipliziert ergibt das eine Sparquote von zehn Prozent.

Die persönliche Sparquote ist aus zwei Gründen hilfreich. Zum einen können Verbraucher mithilfe der Sparquote auf einem Blick sehen, ob und wie viel Geld sie sparen. Wer eine Sparquote von null hat, spart nichts. Ist die Sparquote negativ, dann schrumpfen die Rücklagen. Im Laufe der Zeit hilft die Sparquote einzuschätzen, ob man sparsamer wird oder nicht. Steigt die Quote bei gleichbleibendem Einkommen, dann wird mehr gespart. Zum anderen erleichtert die Sparquote Verbrauchern, ihre persönlichen Ziele zu erreichen.

Wer beispielsweise eine Weltreise machen möchte, kann mithilfe der Quote berechnen, wie viel Geld jeden Monat dafür gespart werden muss. Jemand, der 2.000 Euro netto im Monat verdient und zwei Jahre Zeit hat, um 5.000 Euro anzusparen, braucht dafür eine monatliche Sparquote von 10,42 Prozent. Um auf diesen Wert zu kommen, teilt man den Zielbetrag durch die Anzahl der Monate, in diesem Fall 5.000 Euro durch 24. Das ergibt einen monatlich zu sparenden Betrag von 208,33 Euro.

Auf den Realzins achten

Damit das gesparte Geld nicht von der Inflation gefressen wird, sollte es im Idealfall zu einem Zinssatz angelegt werden, der höher ist als die Teuerungsrate. Im November lag diese in Deutschland bei 0,8 Prozent. Einige Banken bieten Sparern besondere Neukundenboni, deren Zinssätze auch jetzt noch über der Inflation liegen und mit denen sich eine reale Rendite erwirtschaften lässt.

Beispielsweise erhalten Neukunden bei der VW oder Audi Bank aufs Tagesgeld 1,10 Prozent Zinsen p.a., garantiert für vier Monate. Die Consorsbank garantiert neuen Kunden Zinsen von 1,0 Prozent p.a. für sechs Monate. Um die Neukunden-Angebote über einen längeren Zeitraum nutzen zu können, können Anleger nach Ablauf der Zinsgarantie zu einem anderen Neukundenangebot wechseln. Mit dieser als „Tagesgeld-Hopping“ bekannten Anlagestrategie kann man der Inflation auf Dauer ein Schnippchen schlagen, sofern diese nicht sprunghaft ansteigt – die Ersparnisse verlieren nicht an Wert.
 

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