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Rechtsschutzversicherung kündigen – Kündigung der Vorversicherung

Akteneinsicht, Gerichtstermine, Zeugengelder, Gutachter – all das kann einen Prozess sehr teuer werden lassen. Deshalb ist es hilfreich, über eine Rechtsschutzversicherung zu verfügen. Da diese in der Regel sämtliche Verfahrens- und Anwaltskosten übernimmt, sollte eine Kündigung des Rechtsschutzes wohlüberlegt sein. Im Fall einer Kündigung gibt es ein paar Dinge zu beachten, die wir hier vorstellen.

Neben der ordentlichen Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit gibt es verschiedene Fälle, in denen ein Kunde eine Rechtsschutzversicherung außerordentlich kündigen kann. Damit die Kündigung der Rechtsschutzversicherung wirksam wird, müssen jedoch bestimmte Fristen und Formalitäten eingehalten werden.

  1. Ordentliche Kündigung der Rechtsschutzversicherung
  2. Außerordentliche Kündigung der RSV (Sonderkündigung)
  3. Kündigung von Verträgen mit längerer Laufzeit
  4. Muster Kündigungsschreiben zum Download

Ordentliche Kündigung der Rechtsschutzversicherung

Die Laufzeit einer Rechtsschutzversicherung beträgt in der Regel ein Versicherungsjahr (zwölf Monate), die entsprechende Kündigungsfrist drei Monate. Ist die Vertragsdauer kürzer als ein Jahr, endet der Vertrag automatisch zum vorhergesehenen Vertragsende. Beachten Sie bitte ebenfalls, dass bei einigen Rechtsschutzversicherungen Wartezeiten für die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen gelten können.

Auch der Versicherer hat das Recht, die Versicherung vorzeitig ordentlich zu kündigen. Wenn beispielsweise ein Kunde einen Folgebeitrag selbstverschuldet nicht bezahlt, muss die Rechtsschutzversicherung den Versicherungsnehmer schriftlich auf das Zahlungsversäumnis hinweisen. Dabei muss sie ihm eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen einräumen.

Wird der offene Betrag nicht innerhalb dieser Frist beglichen, kann die Versicherung den Vertrag kündigen. Der Versicherungsnehmer verfügt neben seinem ordentlichen Kündigungsrecht ebenfalls in bestimmten Fällen über ein Sonderkündigungsrecht.

Außerordentliche Kündigung (Sonderkündigung)

Eine Rechtsschutzversicherung kann unter bestimmten Umständen auch außerordentlich gekündigt werden. Damit der Versicherungsnehmer von diesem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kann, muss jedoch eine der folgenden Bedingungen vorliegen.

  • Beitragsanpassung

    Wenn der Rechtsschutzversicherer den Beitrag erhöht, ohne gleichzeitig die Leistungen zu erweitern, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag per Sonderkündigungsrecht kündigen. Hierfür hat er ab Kenntnisnahme der Beitragserhöhung einen Monat Zeit. Der Vertrag endet jedoch frühestens zu dem Zeitpunkt, ab dem die Beitragserhöhung wirksam würde. Achtung: Die Erhöhung der Versicherungssteuer begründet kein Sonderkündigungsrecht.

  • Versicherungsfall

    Kommt es zu einem begründeten Rechtsfall, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag in der Regel vorzeitig kündigen – unabhängig davon, ob der Versicherer die vereinbarte Leistung erbringt oder verweigert. Nachdem der Rechtsfall abgeschlossen ist oder der Kunde über die Leistungsverweigerung informiert wurde, kann dieser innerhalb eines Monats kündigen.

    Zudem sehen die Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung in der Regel vor, dass die Versicherung ab zweimaliger Leistungserbringung den Vertrag innerhalb von zwölf Monaten kündigen kann. Der Versicherungsnehmer kann bereits ab einem Schadensfall kündigen. Das Kündigungsschreiben muss auch in diesen Fällen innerhalb eines Monats nach Leistungserbringung beziehungsweise nach Abschluss des Rechtsfalls beim Versicherer eingehen und wird einen Monat nach ihrem Erhalt wirksam.

    Tipp: Wenn Ihre Versicherer den Vertrag kündigt, sollen Sie anbieten, selbst zu kündigen – die Versicherung müsste dann ihrerseits die Kündigung zurücknehmen. Andernfalls könnte es schwierig werden, eine neue Police bei einem anderen Anbieter abzuschließen.

  • Risikowegfall

    Fällt das versicherte Risiko weg, kann der Kunde den Versicherungsvertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Möglich ist das etwa, wenn der Versicherte sein Auto abmeldet und deshalb keinen Verkehrsrechtsschutz mehr wünscht, oder den Berufsrechtsschutz nach dem Eintritt in die Rente nicht mehr benötigt.

  • Veränderte Gefahrenumstände

    Befürchtet der Rechtsschutzversicherer innerhalb der Vertragslaufzeit wegen bestimmter Umstände ein erhöhtes Risiko für Rechtsstreitigkeiten, ist er berechtigt, den Beitrag gemäß der neuen Gefahrenlage anzupassen. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn sich der Versicherte neben dem Auto zusätzlich ein Motorrad anschafft. Der Versicherungsnehmer kann den Rechtsschutz kündigen, wenn die Versicherung die Absicherung der höheren Gefahr ablehnt oder den Beitrag um mehr als zehn Prozent erhöht.

Regel zur Kündigung von Verträgen mit längerer Laufzeit

Wissenswert: Verträge mit einer längeren Laufzeit können bereits zum Ablauf des dritten Versicherungsjahrs unter Einhaltung der Dreimonatsfrist gekündigt werden. Dieses Kündigungsrecht sollten Versicherungsnehmer nutzen, wenn sie nach einem Rechtsschutzversicherungsvergleich feststellen, dass eine andere Gesellschaft einen Tarif mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet.

Wer beispielsweise als Alleinstehender einen Fünfjahresvertrag für einen Single-Tarif abgeschlossen hat und nach dem dritten Versicherungsjahr heiratet, kann die bestehende Versicherung unter Einhaltung der Kündigungsfrist beenden, um einen günstigeren Familienrechtsschutz bei einem anderen Versicherer abzuschließen.

Muster Kündigungsschreiben zum Download

KündigungsformularMit unserer praktischen Vorlage können Sie Ihren bestehenden Rechtsschutz ganz einfach kündigen: Sie müssen nur die benötigten Daten eintragen und das Kündigungsschreiben an Ihre Versicherung übermitteln.

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