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Oldtimer: Zulassung, H-Kennzeichen, Steuer

Lesezeit 3 Min.
aktualisiert am 16.07.2020

Wie viele Oldtimer gibt es?

In Deutschland steigt die Zahl der zugelassenen Oldtimer seit Jahren. Zum Stichtag 1. Januar 2020 waren laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 595.046 Fahrzeuge und Anhänger über 30 Jahre registriert.

Darunter sind 526.001 Pkw. Gegenüber 2019 ist das in der deutschen Zulassungsstatistik ein Plus von 10,8 Prozent.

Was sind die häufigsten Oldtimermodelle?

Oldtimer in Deutschland

In der Oldtimer-Zulassungsstatistik sind diese Auto-Baureihen am häufigsten vertreten:

  1. VW Käfer
  2. Trabant
  3. Mercedes W 114 und W 115 („Stich 8”)
  4. Citroën 2CV („Ente”)

Unterschied Youngtimer

Pkw im gepflegten Originalzustand, die nicht mehr gebaut werden und in der Regel zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, werden dagegen als Youngtimer bezeichnet.

Welche Vorteile hat ein H-Kennzeichen?

Bei einem H-Kennzeichen gilt eine einheitliche Kfz-Steuer von 191,70 Euro (Pkw) beziehungsweise 46 Euro (Motorrad) im Jahr.

Außerdem dürfen Sie Ihren Oldtimer ohne Umweltplakette in Umweltzonen fahren.

H-Nummernschilder gibt die zuständige Zulassungsstelle aus. Voraussetzungen sind:

  • Erstzulassung 30 Jahre oder älter
  • straßentauglicher und möglichst originalgetreuer, erhaltenswerter Zustand

Die Verkehrstauglichkeit bestätigt Ihnen eine Prüforganisation (beispielsweise DEKRA oder TÜV) mit einem Oldtimer-Gutachten nach §23.

Lohnt sich ein Saisonkennzeichen?

Seit 2018 gibt es ein spezialles H-Saisonkennzeichen. Es ist optimal für Oldtimerbesitzer geeignet, die Ihr Fahrzeug lediglich einige Monate im Jahr fahren.

Sie zahlen nur anteilig für die Monate Versicherung und Steuer, die das klassische Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr angemeldet ist.

Wie bei einem normalen Siasonkennzeichen muss der Klassiker in der restlichen Zeit auf Privatgelände abgestellt sein. Für diese Zeitspanne gilt der Kfz-Versicherungsschutz in eingeschränkter Form im Rahmen einer Ruheversicherung.

Was bringt ein Wertgutachten?

Für den Verkauf und bei einem Versicherungsschaden (Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes nach Unfall oder Diebstahl) ist ein Wertgutachten für Ihren Oldtimer empfehlenswert.

Classic Data teilt Oldtimer in ein fünfstufiges Notensystem ein:

Note Zustand Beschreibung
Note 1 Makelloser Zustand keine technischen und optischen Mängel, lückenlose Historie
Note 2 Guter Zustand leichte Gebrauchsspuren, original und fachgerecht restauriert

Note 3

Gebrauchter Zustand kleinere Mängel, voll fahrbereit, ohne Durchrostungen
Note 4 Verbrauchter Zustand bedingt fahrbereit, bis zu mittleren Durchrostungen, Teile fehlen oder sind defekt, teilrestauriert oder leicht zu restaurieren
Note 5 Restaurationsbedürftiger Zustand nicht fahrbereit, schlecht restauriert, teilweise oder komplett zerlegt, hoher finanzieller Reparaturbedarf

Die Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) teilt Fahrzeuge dagegen in vier Gruppen ein.

Gruppe Zustand Beschreibung
Gruppe 1

Original

Fahrzeug in Ursprungszustand mit geringen Gebrauchsspuren
Gruppe 2 Authentisch unrestauriertes Fahrzeug mit Historie, mit lediglich ausgetauschten Verschleißteilen und kleinen Ausbesserungen bei Lack, anderen Oberflächen und Polstern
Gruppe 3 Restauriert Fahrzeug wurde originaltreu restauriert
Gruppe 4 Wiederaufgebaut aus Fahrzeugteilen des gleichen Typs zusammengesetztes Fahrzeug, möglichst nach an den Vorgaben des Herstellers orientiert

Wo gibt es Oldtimerversicherungen?

Über den Kfz-Versicherungsvergleich von CHECK24 können derzeit noch keine speziellen Tarife für Oldtimer verglichen und abgeschlossen werden.

Diese Anbieter haben spezielle Oldtimerversicherungen:

Aachen Münchener
ADAC
Allianz
AXA
Belmot/Mannheimer Versicherung
BGV Badische Versicherungen
Concordia
Gothaer
HDI
Helvetia
Hiscox
LVM
Nürnberger
OCC
Sparkassen Versicherung
VHV
WGV
Württembergische
Zurich

Antworten auf Ihre Fragen

Was kostet die Versicherung für einen Oldtimer?

Es gibt Autoversicherungen, die in der Kfz-Haftpflicht einen Pauschalbetrag für Oldtimer haben. Hier kostet dann jedes historische Auto gleich viel – egal ob es Porsche oder VW Käfer ist. Andere Gesellschaften legen den Kfz-Haftpflichtbeitrag anhand des Fahrzeugalters, des Wertes und/oder der PS-Leistung fest. Rechnen Sie bei einem speziellen Oldtimertarif mit Kfz-Haftpflichtkosten von 40 bis 110 Euro im Jahr.

Die Kosten einer Kaskoversicherung für Ihren Oldtimer hängen vor allem am Marktwert beziehungsweise Wiederherstellungswert ab. Seltene und besonders teure Oldtimer kosten daher deutlich mehr als gängige Modelle. Mit 70 Euro zusätzlich für den Kaskoschutz sollten Sie aber in den meisten Fällen mindestens rechnen.

Sind Oldtimer günstiger in der Kfz-Versicherung?

Ja, in der Regel schon. Das liegt daran, dass Kfz-Versicherer davon ausgehen, dass diese Fahrzeuge besonders gepflegt und vorsichtig gefahren werden. Das Unfallrisiko ist daher für die Gesellschaften besonders gering.

Welche Vorteile hat ein H-Kennzeichen für Oldtimer?

Ein H-Kennzeichen hat diese Vorteile:

  • einheitlicher Kfz-Steuersatz (191,73 Euro für Pkw)
  • keine Einfahrtbeschränkung in Umweltzonen
  • günstige Kfz-Versicherung
  • geringe Umweltauflagen (Katalysator nicht zwingend vorgeschrieben)

Ausführliche Informationen zum H-Kennzeichen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Experte für Kfz-Versicherung sowie automobilen Entwicklungen im Pkw- und Motorradbereich.

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