Gründe, Kosten, Dauer, Unterlagen

Führerschein umschreiben oder austauschen

Lesezeit 3 Min.
aktualisiert am 05.05.2020
Foto: CHECK24/Früchtnicht

Wir sagen Ihnen, wann ein Umtausch oder eine Umschreibung notwendig sind, was es kostet, welche Unterlagen Sie dafür brauchen und wie lange die Bearbeitung dauert.

Wann muss ich einen Führerschein umschreiben?

In diesen Fällen lassen Sie sich einen neuen Führerschein ausstellen:

Führerschein läuft ab

Einen neuen Führerschein müssen Sie beantragen, wenn der bisherige abläuft. Jeder Führerschein hat mittlerweile ein Ablaufdatum.

Nur die Gültigkeit des Führerscheines läuft aus, nicht jedoch die eigentliche Fahrerlaubnis.

Wann Sie Ihren Führerschein spätestens austauschen müssen, lesen Sie hier »

Führerscheine anderer EU-Staaten müssen Sie nicht gegen einen deutschen Kartenführerschein ersetzen.

Ausländischer Führerschein

Wenn Sie einen Führerschein aus einem Nicht-EU/EWR-Land besitzen und in Deutschland Ihren ordentlichen Wohnsitz haben (Sie halten sich in Deutschland länger als 185 Tage im Jahr auf), müssen Sie spätestens nach 6 Monaten einen deutschen Führerschein beantragen.

Ausnahme: Sie bleiben maximal für 1 Jahr hier.

Oft kann der Führerschein ohne zusätzliche Fahrprüfung umgetauscht werden. Denn mit vielen Staaten mit ähnlichen Mindeststandards wie hierzulande gibt es Anerkennungsabkommen.

Dazu gehören:

Schweiz, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Andorra, San Marino, Monaco, die Kanalinseln Guernsey und Jersey, Japan, Südkorea, Singapur, Südafrika, Israel, Namibia, viele Bundesstaaten der USA, Kanadas und Australiens.

Wichtig: In einigen Staaten wie den USA dürfen Sie bereits unter 18 den Autoführerschein machen. Das ist in Deutschland verboten. Sie können bei der Umschreibung aber eine B17-Fahrerlaubnis für das begleitete Fahren beantragen.

Namensänderung

Hat sich etwa aufgrund von Heirat Ihr Name geändert, können Sie Ihren Führerschein umtauschen und auf den neuen Namen umschreiben lassen.

Eine Pflicht zum Umtausch gibt es aber nicht! Bei einer Verkehrskontrolle weisen Sie sich ansonsten mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass aus.

Benötigte Unterlagen:

  • Bei Heirat: beglaubigte Abschrift der Eheurkunde
  • Bei Scheidung: Namensänderungsurkunde vom Standesamt beziehungsweise Reisepass oder Personalausweis, in dem der neue Name vermerkt ist

Die Kosten für die Namensänderung auf dem Führerschein betragen rund 9 Euro.

Ist noch der alte Papp-Führerschein vorhanden, ist zusätzlich ein Auszug aus dem örtlichen Fahrerlaubnisregister (Karteikartenabschrift) vorzulegen, sofern der alte Führerschein nicht bei der aktuell zuständigen Behörde ausgestellt wurde.

Führerschein verloren, gestohlen oder kaputt

Haben Sie Ihren Führerschein verloren oder ist er Ihnen gestohlen worden, benötigen Sie ebenfalls Ersatz. Das trifft auch zu, wenn der Führerschein beschädigt ist.

Was dann zu tun ist, erfahren Sie hier »

Weitere Fahrerlaubnisse erworben

Wenn Sie weitere Fahrerlaubnisse erwerben – zum Beispiel für Motorrad – werden die neuen Fahrzeugklassen in Ihren Führerschein eingetragen. Dafür müssen Sie den Führerschein umtauschen.

Ein Tausch wegen Datenänderung kostet knapp 9 Euro.

Bei Umzug

Sind Sie umgezogen, müssen den Führerschein nicht aktualisieren. Denn im Gegensatz zu Ihrem Personalausweis beziehungsweise Reisepass ist Ihre Wohnadresse im Führerschein nicht angegeben.

Was kostet es?

Mit diesen Kosten für das Ausstellen eines neuen Führerscheins müssen Sie rechnen:

Art Kosten
Neuausstellung (Deutsch → Deutsch) 25 €
Neuausstellung (EU/EWR → Deutsch) 30 €
Neuausstellung (Nicht-EU → Deutsch 43 €
Datenänderung/-erweiterung 9 €

Es können weitere Ausgaben anfallen für:

  • Passbild
  • Fahrprüfung
  • Gutachten (zum Beispiel Sehtest)
  • Kurse (Erste-Hilfe-Kurs)
  • Übersetzungen von Dokumenten

Wie lange dauert es?

Die Dauer für die Bearbeitung und Herstellung eines neuen Führerscheines beträgt:

  • 2 bis 3 Wochen bei inländischen Führerscheinen (Express gegen Aufpreis 24 Stunden)
  • 6 bis 8 Wochen bei ausländischen Führerscheinen

Ausländische Führerscheine werden vom jeweiligen Landeskriminalamt auf Echtheit geprüft. Das dauert 2 bis 3 Wochen. Dafür müssen Sie den Führerschein abgeben.

Nach dem Antrag werden die Daten zur Bundesdruckerei nach Berlin geschickt. Nur dort werden in Deutschland die Führerscheine hergestellt.

Nach der Herstellung erhält den Führerschein die zuständige Führerscheinstelle an Ihrem Hauptwohnsitz. Das ist entweder das Straßenverkehrsamt, die Ordnungsbehörde oder das Landratsamt.

Sie werden informiert, sobald der neue Führerschein im Scheckkartenformat vorliegt. Auf dem Amt können Sie (oder ein Bevollmächtigter) das Dokument dann zu den Öffnungszeiten abholen.

Der alte Führerschein wird – falls noch vorhanden – eingezogen.

Welche Unterlagen sind notwendig?

Das wird für die Ausstellung benötigt:

Unterlagen für neuen Führerschein

  • bisheriger Führerschein
  • biometrisches, aktuelles Passbild
  • Personalausweis/Reisepass

Lkw- und Busfahrer müssen erweiterte Gesundheits-Checks nachweisen.

Für das Umschreiben von Führerscheinen aus Nicht-EU/EWR-Staaten können diese Nachweise erforderlich sein:

  • Bescheinigungen Sehtest und Erst-Hilfe-Kurs
  • eventuell beglaubigte Übersetzung des Führerscheines
  • eventuell Nachweis bestandene deutsche theoretische und praktische Fahrprüfung

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

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