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Unitymedia-Übernahme Vodafone präsentiert Maßnahmenpaket als Gegenzug für Genehmigung

München, | 11:00 Uhr | awa

Um die EU-Kommission von der geplanten Übernahme von Unitymedia zu überzeugen, hat Vodafone Deutschland weitreichende Maßnahmen vorgestellt, die im Falle einer Genehmigung umgesetzt würden. So solle das Kabelnetz des Düsseldorfer Unternehmens beispielsweise für Telefónica Deutschland geöffnet werden, wodurch ein weiterer Wettbewerber hierzulande entstehen würde.

Vodafone Deutschland CEO Hannes Ametsreiter Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Dtl., will 25 Millionen Gigabitanschlüsse bis 2022 bauen. Bild: Vodafone

Unter anderem dadurch will Vodafone dem Kritikpunkt, die Übernahme würde den Wettbewerb in Deutschland einschränken, entgegenwirken. Dem neuen Partner könne Vodafone Geschwindigkeiten anbieten, die schneller sind als das schnellste VDSL-Angebot der Telekom, heißt es in einer Pressemitteilung von Vodafone. Ein entsprechender Kabel-Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland sei bereits geschlossen, sodass der in München ansässige Anbieter nach erfolgter Fusion dann eigene Kabelprodukte mit Bandbreiten von bis zu 300 MBit/s verkaufen könne.

Für den Fernsehmarkt bietet Vodafone an, TV-Sender bei der Verbreitung ihrer Inhalte über das Internet nicht einzuschränken und die Netzübergänge so zu gestalten, dass stets ausreichend Übertragungskapazitäten zur Verfügung stehen. Nach Meinung von Vodafone würden die Sender damit unabhängiger vom klassischen TV-Kabelnetz und von Vodafone selbst.

Fusion führt zu bundesweit aktivem Wettbewerber für die Telekom

Außerdem sieht sich das Unternehmen in der Rolle des „ersten, bundesweiten Infrastruktur-Wettbewerbers der Telekom“, sollte die Fusion mit Unitymedia genehmigt werden. In dieser Funktion will Vodafone den Wettbewerbsdruck dann deutlich erhöhen. Damit dies gelingt, soll das wiedervereinte Kabelnetz in alle Bundesländern aufgerüstet werden, sodass bis 2022 Gigabit-Anschlüsse für 25 Millionen Haushalte zur Verfügung gestellt werden können. Vodafone kündigt weiter an, für dieses Vorhaben rund 12 Milliarden Euro in sein Kabelnetz zu investieren.

Entscheidung über Fusion im Juli 2019 erwartet

Das Maßnahmenpaket liegt nun der EU-Kommission vor, die es im Mai einem Markttest unterziehen wird, teilt Vodafone weiter mit und nimmt an, dass die Kommission ihre Entscheidung bis Juli 2019 treffen wird. Im selben Monat soll dann noch der Abschluss der Übernahme erfolgen.