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Internetanschluss EU-Kommission will längere Vertragslaufzeiten zulassen

München,

Mit einem Gesetzespaket für den digitalen Binnenmarkt will die EU-Kommission zukünftig dazu beitragen, dass in Highspeed-Breitbandnetze investiert wird. Das Handelsblatt hat am Montag über entsprechende Regulierungspläne für die Telekommunikationsbranche berichtet. Diese Pläne beinhalten unter anderem, dass Provider auch Verträge mit deutlich längeren Vertragslaufzeiten anbieten dürfen als bisher. Aktuell darf ein Vertrag für Internet und Telefon maximal 24 Monate laufen.

Längere Vertragslaufzeiten Internet Künftig könnten Laufzeiten von mehr als 24 Monaten bei Verträgen für Internet und Telefon zulässig sein.
Damit will die Kommission erreichen, dass Provider bereitwilliger in den Netzausbau investieren, da die Refinanzierung über den länger andauernden Geldfluss teilweise abgesichert ist. Vor allem Kunden, die schnellere Breitbandanschlüsse bestellen, sollen betroffen sein, heißt es im Handelsblatt-Bericht.

Verbraucherschützer kritisieren Vorhaben als Zumutung

Bei der Verbraucherzentrale Bundesverband stoßen diese Pläne allerdings auf massive Kritik. „Längere Vertragslaufzeiten für Verbraucher sind eine ungerechtfertigte Zumutung“, so der Chef der Verbraucherzentralen Bundesverband, Klaus Müller, gegenüber dem Handelsblatt. Müller befürchtet vielmehr, dass die längeren Laufzeiten keinerlei positive Auswirkungen auf den Netzausbau geben würden, sondern allein einige große Anbieter profitieren würden.

Er sieht vielmehr die ehemalige Monopolisten beziehungsweise deren Nachfolgeunternehmen in der Pflicht. Seiner Meinung nach sollte ihnen „eine Universalverpflichtung für Breitband“ erteilt werden, um „das Problem des Netzausbaus verbraucherfreundlich zu lösen“. Bislang hätte der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern für sinkende Preise, Investitionen in Netze und innovative Dienstleistungen gesorgt.

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