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Yahoo an US-Provider Verizon verkauft

München,

Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon hat den einstigen Internetpionier Yahoo für rund fünf Milliarden US-Dollar gekauft, wie Verizon am Montag mitgeteilt hat. Verizon-CEO Lowell McAdam plant im nächsten Schritt, Yahoo mit AOL zusammenzulegen, das erst im Juni vergangenen Jahres übernommen worden ist.
 

Yahoo Firmensitz Nach 20 Jahren verkauft: Yahoo geht im US-Provider Verizon auf.
Damit will McAdam seinen eigenen Worten zufolge Verizon als eines der weltweit führenden Medienunternehmen positionieren. Insgesamt verfügen die beiden Dachmarken AOL und Yahoo zusammen über 25 namhafte Angebote, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen sollen. Alleine Yahoo bringt Verizon der Mitteilung zufolge mit seinen Content-Angeboten zum Weltgeschehen, Finanzen, Sport sowie dem E-Mail-Service rund 225 Millionen User monatlich. Der Deal zwischen Yahoo und Verizon soll im ersten Quartal 2017 endgültig abgeschlossen werden.

Von 100 auf fünf in 16 Jahren

Yahoo hatte sein Geschäft vor über 20 Jahren gestartet als es als ein Verzeichnis für Webadressen 1994 gegründet wurde. In den darauffolgenden sechs Jahren setzte Yahoo seinen Erfolg rund um die Welt fort: In Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Australien, den skandinavischen Ländern, China und zahlreichen weiteren Ländern wurden nationale Portale und Dependancen gegründet. Im Jahr 2000 belief sich der Börsenwert von Yahoo laut zeit.de auf 100 Milliarden US-Dollar.

Zwar konnte Yahoo im folgenden Jahrzehnt seine Geschäfte noch ausbauen, ein von Microsoft angebotener Deal wurde 2007 von den Yahoo-Aktionären abgelehnt. Der Softwarekonzern hatte 44 Milliarden US-Dollar geboten. 2011 begann eine vor allem durch zahlreiche Führungswechsel geprägte Krise, die im Juli 2012 durch die ehemalige Google-Vizepräsidentin Marissa Mayer beendet werden sollte.

Allerdings ist es Mayer nicht gelungen, die Einnahme von Yahoo durch werbefinanzierten digitalen Content spürbar zu verbessern. Infolgedessen wurde laut Spiegel Online im Februar dieses Jahres der Verkaufsprozess eingeleitet. Eigenen Angaben zufolge will Mayer im Unternehmen bleiben.
 

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