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22. TK-Marktanalyse Deutschland 2020 "Das Glas ist halb voll" - VATM zieht leicht positive Jahresbilanz

München,

Der Branchenverband VATM hat seine 22. Marktanalyse des Telekommunikationsmarkts in Deutschland vorgestellt und zieht eine verhaltene, positive Bilanz für das Corona-Jahr 2020. Besonders der Ausbau von Gigabit-Anschlüssen gehe mit großen Schritten voran. Die weiteren Ergebnisse der Marktanalyse im Überblick gibt es hier.

Netzwerkkabel an Rechner "Das Glas ist halb voll" - VATM zieht leicht positive Jahresbilanz auf dem deutschen Festnetz-Markt

Verhaltener Optimismus: So lässt sich die Quintessenz der 22. TK-Marktanalyse Deutschland 2020 des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) in zwei Worten beschreiben. Die Studie geht davon aus, dass trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie der deutsche Telekommunikationsmarkt in 2020 weiter wachsen wird. Bis Ende des Jahres sollen nach Prognosen des VATM und des Beratungsunternehmens Dialog Consult ein Umsatz von 58,9 Milliarden € erzielt werden. Das ist eine leichte Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr. 2019 belief sich der geschätzte Gesamtumsatz auf 58,3 Milliarden €.
 
Im Bereich Festnetz blieben 2020 große Umwälzungen aus. Die Deutsche Telekom bleibt der marktbeherrschende Anbieter. Mit einem Umsatzanteil von mehr als 42 Prozent sowie knapp 14 Millionen Breitbandkunden dominiert der Anbieter aus Bonn das Geschäft. Auf Platz zwei hat sich derweil Vodafone mit knapp 11 Millionen Breitbandkunden festgesetzt. Platz drei und vier gehen an 1&1 sowie Telefónica mit der Marke o2. Die übrigen Wettbewerber der Telekom machen die restlichen 67,9 Prozent des Umsatzes aus, so die Studie des VATM.
 

Glasfaserausbau schreitet voran

 
Insgesamt soll es 2020 rund 36,2 Millionen aktive Breitbandanschlüsse in Deutschland geben. Das sind knapp eine Million mehr als noch im Vorjahr. Bei der Verteilung der Anschlussarten macht sich außerdem ein Trend bemerkbar: Der Anteil von Glasfaser (FTTH/B) steigt stetig. Mittlerweile surfen knapp 2 Millionen Anschlüsse über die neue Technologie. Das entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent der Gesamtmenge. Zum Vergleich: 2019 belief sich der Glasfaser-Anteil auf 4,3 Prozent (1,5 Millionen Anschlüsse), 2017 waren es nur 2,4 Prozent (0,8 Millionen Anschlüsse).
 
Der Ausbau von Glasfaser schreitet derweil ununterbrochen voran. So sind im vergangenen Jahr ungefähr eine Million neue Anschlüsse für die Übertragungstechnik hinzugekommen. Die Zahl der verfügbaren Verbindungen steigt damit auf mehr als 5 Millionen. Knapp 2 Millionen davon werden von der Deutschen Telekom bereitgestellt, die Mehrheit von 3 Millionen wird von Mitbewerbern realisiert. Ein leichtes Plus bei der Verfügbarkeit und beim Ausbau kann auch das Internet via der Fernsehkabel verzeichnen. So werden 2020 8,7 Millionen Internetverbindung (24 Prozent) über Kabelinternet realisiert.
 

Breitbandanschlüsse werden immer schneller

 
Während Kabel- und Glasfaser-Internet zulegen, verliert DSL weiter Anteile am Gesamtmarkt. Dies macht sich auch bei der Geschwindigkeit der Anschlüsse bemerkbar. So haben sich seit 2019 gebuchte Verbindungen mit einer Downloadrate von 250 MBit/s oder mehr verdoppelt und machen nun 8 Prozent des Marktes aus. Auch die Anschlüsse zwischen 50 und 250 MBit/s steigerten sich von rund 13 auf 14 Millionen. Im Gegenzug sank der Anteil der langsameren Verbindung ab 50 MBit/s oder weniger merklich. 2019 zählten noch 21 Millionen Anschlüsse dazu (59,2 Prozent), 2020 waren es nur noch 19,3 Millionen (53,3 Prozent).
 
Trotz immer mehr Glasfaser-Anschlüssen und höheren Bandbreiten steht der VATM der Zukunft kritisch gegenüber: „Trotz der durchaus positiven Marktentwicklung mache ich mir große Sorgen über die so wichtigen zukünftigen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die durch maßgebliche anstehende Entscheidungen geprägt sein werden“, erklärt VATM-Präsident Martin Witt.

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