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Datensätze enthalten sensible Informationen Sicherheits-Tool spioniert Nutzer aus

München,

Eigentlich sollte das Tool der Firma Web of Trust Nutzern mehr Sicherheit beim Surfen bieten. Doch im Hintergrund sammelt es fleißig Daten, die laut Informationen des NDR weiterverkauft werden. Die Datensätze sollen sich dabei personalisieren lassen.

Browser-Adresszeile mit Lupe Wer sicher im Netz surfen will, sollte die genutzten Browser-Plugins überprüfen.
Eigentlich soll die Browser-Erweiterung der Firma Web of Trust (WOT) Internetnutzern zu mehr Sicherheit beim Surfen verhelfen: Das Tool untersucht und bewertet Seiten auf Ihre Sicherheit hin und gibt dem User mithilfe eines Ampelsystems Aufschluss darüber. Doch genau dieses Tool soll seine Nutzer im Hintergrund ausspionieren, wie der NDR herausgefunden hat.

Das Programm protokolliert demnach alle besuchten Seiten und damit das Surf-Verhalten des Nutzers. Die Daten werden zu Profilen samt Datum, Uhrzeit, Ort und besuchten Webseiten zusammengetragen, sodass Käufer Einblick in das Leben der ausspionierten Personen erhalten können.

Besonders heikel: Trotz Anonymisierung sollen die Daten personalisierbar sein. Anhand von Stichproben konnte der NDR 50 Internetnutzer, etwa anhand von E-Mail-Adressen, persönlich identifizieren.

Unter den Daten, die der NDR zu Recherchezwecken gesammelt hat, befinden sich auch Informationen zu zahlreichen Politikern auf Bundes- und EU-Ebene. Diese enthalten unter anderem Informationen zu Terminen, Reisen und Sitzungen sowie zu privaten Dingen.

Internetnutzer, die das Tool in ihrem Browser installiert haben, sollten dieses deaktivieren und löschen. Zeit Online empfiehlt Internetnutzern darüber hinaus, alle genutzten Add-Ons im Browser zu überprüfen und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu überprüfen, ob Daten zu kommerziellen Zwecken gesammelt und weitergegeben werden.
 

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