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Netzausbau Breko kritisiert Preiserhöhung für letzte Meile

München, | 13:35 Uhr | awa

Nachdem die Bundesnetzagentur Mitte April 2019 vorgeschlagen hat, dass die Telekom ab Juli mehr Geld von Wettbewerbern für die Anmietung der letzten Meile verlangen darf, kritisiert der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko e.V.) diesen Vorstoß scharf. Vor allem steht laut Ansicht des Brekos die Begründung der Bundesnetzagentur für die Preiserhöhung auf wackeligen Beinen. Die Bonner Behörde hat die Teuerung unter anderem mit steigenden Preisen beim Tiefbau und für Kupfer gerechtfertigt.

Kabelverzweiger am Straßenrand Für die "letzte Meile" bis zum Anschluss beim Kunden soll die Telekom mehr kassieren dürfen. Bild: Telekom

Allerdings bezeichnet der Breko genau diese Gründe als „absurd“. Die Telekom verlege seit Jahren keinen Meter Kupferkabel mehr und dürfte keine einzige Tiefbaumaßnahme zur Verlegung von Kupferleitungen mehr veranlasst haben, erklärte der Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers laut einer Mitteilung des Verbandes. Die Bundesnetzagentur würde es jedoch so darstellen, als ob der Marktführer sein Kupfernetz jedes Mal neu errichten würde. Auf Kosten der Wettbewerber würde der Telekom über die Zugangsentgelte alle drei Jahre quasi ein neues Kupfernetz spendiert.

Darüber hinaus stellt dieses Vorgehen der Bundesnetzagentur aus Sicht des Breko einen „herben Dämpfer“ für den Infrastrukturwechsel hin zu Glasfaser dar. Denn zum einen würde kein Anreiz für die Telekom geschaffen, auf Glasfaser zu wechseln, solange sie für jede bereits abgeschriebene Kupferleitung über 11 beziehungsweise 7 Euro bekäme. Und zum anderen müssten Wettbewerber so viel Geld für Kupferleitungen bezahlen, das dann für den Glasfaserausbau fehlt.

Immerhin, so heißt es in der Mitteilung weiter, würden Glasfasernetze, die bis mindestens in die Gebäude reichen, überwiegend von Wettbewerbern der Telekom errichtet. 80 Prozent dieser Glasfaseranschlüsse würden derzeit von alternativen Anbietern zur Verfügung gestellt.