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Highspeed-Internet Flächendeckender Gigabit-Ausbau bis 2025 in Gefahr

München, | 14:27 Uhr | awa

Bis zum Jahr 2025 will die Bundesregierung schnelles Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde bis in den letzten Winkel von Deutschland bringen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) befürchtet allerdings, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht werden kann, wie NTV online berichtet. Wenn der Gigabitausbau im aktuellen Tempo vorangeht, würde die flächendeckende Erschließung bis 2025 in Gefahr geraten, so der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Gerd Landsberg.

Vectoring Bereits jetzt wird bezweifelt, dass Deutschland bis 2025 flächendeckend mit Gigabit-Internet versorgt ist.

Ende 2018 waren schnelle, gigabitfähige Internetanschlüsse nur in 37 Prozent der Städte und Gemeinden in Deutschland verfügbar, hat laut NTV das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Funk Mediengruppe mitgeteilt. Um das Ziel bis 2025 zu erreichen, muss der Großteil der Kommunen erst noch erschlossen werden.

Als Kernprobleme beim Ausbau des Highspeed-Internets in Deutschland benennt Landsberg dem Bericht zufolge die langwierigen Verfahren und fehlende Baukapazitäten. Auch nachdem ein Ausbauvorhaben genehmigt worden ist, würde momentan viel zu viel Zeit verstreichen. Er erklärt, dass zwischen der Beantragung von Fördermitteln und dem Beginn des Bauprojekts nicht selten 25 Monaten vergehen würden. Kämen dann noch Engpässe bei den Bauleistungen hinzu, würde der Gigabitausbau noch länger dauern.

In der Verantwortung für den zögerlichen Gigabitausbau in Deutschland sieht der DStGB-Vertreter allerdings nicht die aktuelle Bundesregierung, sondern frühere Regierungen. Deren Versagen würde sich nun rächen, da der Breitbandausbau in Deutschland bereits um die Jahrtausendwende hätte gefördert werden müssen. Bereits das Ausbauziel der letzten Bundesregierung, nämlich flächendeckendes Internet mit mindestens 50 MBit/s bis Ende 2018, konnte nicht erreicht werden.