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Kabelnetzfusion Verbände warnen vor Unitymedia-Übernahme

München, | 13:39 Uhr | awa

Durch die geplante Übernahme von Unitymedia durch Vodafone könnte eine Re-Monopolisierung des Kabelmarktes in Deutschland drohen. Davor warnen der Bundesverband Glasfaseranschluss, der Bundesverband Breitbandkommunikation sowie der Verband Privater Medien und die Deutsche Netzmarketing GmbH in einer gemeinsamen Erklärung. Fusionieren die beiden Kabelanbieter, würde demnach ein Mega-Player mit über 14 Millionen angeschlossenen Haushalten und einem Anteil von 80 Prozent im Kabelmarkt entstehen.

Der Hauptsitz des Kabelnetzbetreibers Unitymedia in Köln. (Bild: Unitymedia) Unitymedia soll an Vodafone übergehen - Kritik an der Fusion kommt von vielen Seiten.

Die Verbände befürchten in erster Linie die negativen Konsequenzen für Verbraucher wie steigende Preise und schwindende Angebotsvielfalt aufgrund eines fehlenden Wettbewerbs. Zudem würde der neue Kabelriese aus dem gleichen Grund „eine erdrückende Dominanz für Verträge mit der Wohnungswirtschaft zur Versorgung von Mietern zum Nachteil insbesondere für die Endkunden und die Wohnungswirtschaft“ erhalten.

Auch den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland sehen Breko, Buglas, Vaunet und DNMG durch die Fusion gefährdet. Bereits jetzt sei es der Fall, dass die großen Netzbetreiber den Glasfaserausbau hemmen, indem sie Investitionen scheuen, um ihre bestehenden Netze so lange wie möglich amortisieren zu können. Mit schwindendem Wettbewerb – so die Verbände in der Mitteilung weiter – würde der neue Kabelanbieter noch weniger Bereitschaft zeigen, in den Glasfaserausbau zu investieren. Darüber hinaus würde das entstehende Unternehmen zusammen mit der Deutschen Telekom ein Duopol bilden, das „den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland mittelfristig stagnieren“ lassen würde.

Vodafone bietet über 18 Milliarden Euro für Unitymedia

Für 18,4 Milliarden Euro soll Unitymedia in Deutschland und einigen osteuropäischen Ländern an Vodafone gehen – darüber sind sich der US-Mutterkonzern von Unitymedia, Liberty Global, und der britische Telekommunikationsriese bereits seit Mai 2018 einige. Allerdings müssen die Kartellbehörden sowohl auf EU-Ebene als auch auf Bundesebene noch zustimmen. Wie teltarif.de gestern berichtet hat, sei aktuell noch völlig unklar, wie das Urteil der EU-Kommission im April ausfallen wird. Auch bei einer Zustimmung seitens der Kommission könnte das Bundeskartellamt immer noch Auflagen diktieren.