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DNA als Datenspeicher: "100 Rechenzentren im Schuhkarton"

München,

Wie getrocknetes Salz am Boden eines Reagenzglases – so könnte laut heise.de das Speichermedium der Zukunft aussehen: DNA. Microsoft ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, in dieser Substanz rund 200 Megabyte Daten zu speichern. Dass Daten in DNA gespeichert werden können, ist bereits länger bekannt. Bisher ist es dem Unternehmen nach aber noch nie geglückt, so viele Daten auf einmal darin festzuhalten.

DNA Stränge mit Daten Daten können auf DNA gespeichert werden: Ein Schuhkarton davon könnte so viel fassen wie 100 Rechenzentren.
2012 ist es einem Biologen gelungen, ein Buch mit 50.000 Worten und circa einem Megabyte Daten in DNA zu schreiben und auf ein Glasstück von der Größe eines Pollenkorns zu drucken. Der Erbgutträger von Lebewesen lässt sich laut der Projektverantwortlichen bei Microsoft, Karin Strauss, deshalb so gut als Datenspeicher nutzen, da in Molekülen Daten enger gepackt werden können als auf herkömmlichen Speichermedien, berichtet heise.de weiter. Das Verfahren sei derzeit aber noch zu teuer und kompliziert, um es in den Praxisbetrieb zu überführen.

Elektronische Speichertechnik bald nicht mehr ausreichend

Strauss zufolge müssen alternative Speichermethoden entwickelt werden, um dem stetig wachsenden Bedarf an Speicherplatz gerecht werden zu können. Mit heutigen Geräten könne nicht alles gespeichert werden, was gespeichert werden soll, so die Microsoft-Forscherin.

Prognosen des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge steigt das Volumen der weltweit gespeicherten Daten im nächsten Jahr auf 16 Billionen Gigabyte, heißt es bei heise.de. Ein DNA-Speicher, der so groß ist wie ein Schuhkarton, könnte so viele Daten aufnehmen wie ungefähr 100 riesige Rechenzentren, schätzt Strauss.

Kosten für DNA-Speicher noch nicht abschätzbar

Zu den Kosten des 200-MB-Speichers hat Strauss indes keine Auskunft gegeben. Sie hat jedoch laut heise.de erklärt, dass es in den kommenden Jahren günstiger würde, Daten auf DNA schreiben und lesen zu können. Es sei erwiesen, dass diese Entwicklung schneller verliefe als bei Transistoren in den vergangenen 50 Jahren.

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