Elektrische Energie ist ein teures Gut. Das merken Verbraucher bei den Abrechnungen ihres Stromversorgers – und bei den Preiserhöhungen, die in scheinbar regelmäßigen Abständen verkündet werden. Die Strompreisentwicklung in Deutschland geht offenbar unaufhaltsam aufwärts – und zwar stärker als das allgemeine Preisniveau, so das Gefühl der meisten Kunden. Diese Einschätzung trügt nicht: Trotz der Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland und zunehmenden Wettbewerbs durch neue Stromanbieter haben die Strompreise seit der Energiewende stark angezogen.
CHECK24 berechnet jeden Monat einen Strompreisindex, der die monatliche Entwicklung der Strompreise in Deutschland abbildet. In der nachfolgenden Grafik wird die Strompreisentwicklung dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes gegenübergestellt. Der Index wird - nach Einwohnerzahl gewichtet - für jedes deutsche Netzgebiet berechnet. Berücksichtigt werden der jeweilige Grundversorgungstarif, der günstigste Alternativtarif des Grundversorgers und die zehn günstigsten Stromtarife anderer Anbieter, die am 15. jedes Monats erfasst werden. Berechnet werden die jährlichen Stromkosten eines Vier-Personen-Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden.
Die Strompreisentwicklung bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh und der Verbraucherpreisindex von Juli 2007 bis Oktober 2012. Die Stromkosten und der Verbraucherpreisindex im Juli 2007 entsprechen dem Indexwert 100. Quellen: Stromkosten laut CHECK24, Verbraucherpreisindex laut des Statistischen Bundesamtes.
Die Grafik der Strompreisentwicklung und des Verbraucherpreisindexes weist eine deutliche Tendenz auf: Verglichen mit der allgemeinen Teuerungsrate – in deren Berechnung die Strompreise bereits einfließen – sind die Stromkosten in den vergangenen Jahren erkennbar stärker gestiegen. Zahlte der Haushalt in unserem Beispiel in 2007 noch 993 € im Jahresdurchschnitt, ist die jährliche Stromrechnung in 2012 bereits auf 1.250 € und damit um 26 % angestiegen. Während dieser Zeit ist der Verbraucherpreisindex hingegen um lediglich 12 % angestiegen.
Durchschnittlicher Anstieg der Kosten für Strom in der Grundversorgung zwischen Oktober 2007 und Oktober 2012 bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh. Quelle: CHECK24.
Darüber hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, wie im Stromatlas zu erkennen ist. Sachsen weist mit 19 % den geringsten Anstieg bei den Stromkosten auf, während die Preise in Bayern mit 40 Prozent deutlich stärker gestiegen sind.
Verantwortlich für diese Entwicklung der Strompreise sind mehrere Faktoren.
Ein Teil der Steigerungen geht auf staatliche Steuern und Abgaben zurück.
So wurde die EEG–Umlage, mit der die Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien bezahlt werden, in den zurückliegenden Jahren immer wieder erhöht.
Auch die Kosten für Brennstoffe, die in den Kraftwerken eingesetzt werden, steigen.
Hinzu kommen die Ausgaben für den europäischen CO₂–Emissionshandel, an dem fossile Kraftwerke mit einer Feuerungswärmeleistung von mehr als 20 Megawatt teilnehmen müssen.
In der Zukunft werden auch bei den Netzentgelten, die ebenfalls die Strompreisentwicklung beeinflussen, Steigerungen erwartet, weil die Leitungen für die Energiewende ausgebaut werden müssen.
Auf einer eigenen Seite haben wir zusammengefasst, wie sich die Strompreise zusammensetzen.
Verbraucherschützer und Kartellbehörden übten in der Vergangenheit mehrfach heftig Kritik an der Strompreisentwicklung.
Die großen Energiekonzerne, die über die Mehrheit der Kraftwerke verfügen, könnten gezielt das Angebot knapp halten und die Preise hochtreiben, so ihr Verdacht.
Dieser Vorwurf konnte aber nie bewiesen werden.
Zudem wird immer wieder beklagt, die Stromanbieter würden die Erhöhung staatlicher Abgaben zu kräftigen Preiserhöhungen nutzen, die wesentlich höher ausfielen als nötig.
Verbraucher haben nur eine Möglichkeit, auf die Entwicklung der Strompreise in Deutschland Einfluss zu nehmen, nämlich durch den Wechsel zu einem günstigen Stromanbieter. Unser Vergleichsportal bietet Ihnen die Möglichkeit, einen kostenlosen Stromvergleich der verschiedensten Angebote von aktuell über 1.000 Anbieter durchzuführen. Meist lohnt sich ein Wechsel und können dadurch sogar mehrere hundert Euro pro Jahr gespart werden. Gleichzeitig kommt der Wettbewerb auf dem Strommarkt in Schwung, wenn viele Verbraucher den Versorger wechseln. Das bremst wenigstens ihren Anstieg oder sorgt für niedrigere Strompreise.