Kindersicherheit – sicher unterwegs

Auch unterwegs lauern einige Unfallrisiken auf Ihren Nachwuchs – besonders in neuen, unvertrauten Umgebungen. Um auch dort Unfallgefahren bestmöglich zu minimieren, sollten Sie ein paar Sicherheitstipps beherzigen.

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Allgemeine Sicherheitstipps

  • Sichere Kleidung

    Kordeln und Schnüre an Kapuzen und Halsausschnitten sind gefährlich, da Ihr Kind sich damit – vor allem an Spielgeräten wie Klettergerüsten oder Rutschen – leicht selbst strangulieren oder irgendwo hängenbleiben und stürzen kann. Daher sollten Sie Kordeln an der Kinderkleidung abschneiden und beispielsweise durch Klettverschlüsse oder Strickeinsätze ersetzen.

    Schals, Halstücher, Ketten und um den Hals getragene Schlüsselbänder können auf dem Spielplatz ebenfalls zum Erstickungs- und Sturzrisiko werden und sollten daher zum Spielen abgenommen werden.

  • Sicher einkaufen gehen

    Auch beim Einkauf mit Ihrem Sprössling ist Sicherheit das A und O. Beim Supermarktbesuch sollten Sie Ihr Kind im Einkaufswagen stets im Auge behalten. Zudem sollte Ihr Nachwuchs nur auf der extra dafür vorgesehenen Sitzfläche des Einkaufswagens Platz nehmen. Achtung beim Ein- und Ausstieg – hier drohen Klemmungen und Quetschungen.

    Außerdem sollten Sie den Einkaufswagen samt Kind nicht in der unmittelbaren Nähe von Regalen abstellen. Denn Ihr Sohn oder Ihre Tochter kann Regale oder aufgestapelte Waren als Kletterhilfe verwenden, um aus dem Einkaufswagen herauszukommen.

  • Zu Gast bei Freunden

    Wenn Sie mit Ihrem Kind bei anderen Personen zu Gast sind, sollten Sie sich kurz in der Wohnung der Gastgeber nach Risikofaktoren – zum Beispiel offen herumliegenden Medikamenten – umsehen. Achten Sie auch auf mögliche Risiken im Garten der Gastgeber, wie etwa ein Schwimmbecken oder Gartenteich.

    Damit das Kind während des Besuchs nicht unbeaufsichtigt bleibt, sollten Sie bereits im Vorfeld mit Ihrem Partner besprechen, wer auf den Nachwuchs aufpasst.

  • Insektenstichen vorbeugen

    Wespen- und Bienenstiche sind für Groß und Klein unangenehm. Um das Risiko zu senken, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter gestochen wird, können Sie Folgendes tun:

    • Lassen Sie Ihr Kind süße Getränke nur aus durchsichtigen Gläsern, Flaschen mit Trinkventil oder mit dem Strohhalm trinken.
    • Schauen Sie im Sommer jedes Mal ins Glas, bevor erneut ein Schluck getrunken wird.
    • Getränkedosen sollten Sie nicht verwenden – dort können Insekten hineinklettern und unentdeckt bleiben.

Im Auto

Kind im KindersitzBeim Autofahren mit Ihrem Nachwuchs gilt es ebenfalls einiges in puncto Sicherheit zu beachten. Erschreckend: In Deutschland zählen Autounfälle zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Zwar sind in der Bundesrepublik seit 1993 sogenannte Kinderrückhaltesysteme gesetzlich vorgeschrieben, jedoch fährt jedes dritte Kind nicht richtig angegurtet mit.

Die Kindersitzpflicht besteht für Kinder, die jünger als zwölf Jahre oder kleiner als 1,50 Meter sind. Ein guter Kindersitz muss nach der Europäischen Prüfnorm ECE 44 getestet und zugelassen sein. Am Sitz ist das orangefarbene ECE-Prüfzeichen angebracht. Dieses zeigt auch, für welche Gewichtsgruppe sich der Sitz eignet.

Wichtig: Ein Baby, das noch nicht selbstständig sitzen kann, sollte nicht länger als 30 Minuten am Stück in einem Kindersitz sitzen. Fährt es nicht täglich Auto, sind vereinzelt längere Fahrten denkbar, jedoch mit regelmäßigen Pausen.

Übersicht der verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten

Alter des Kindes Gewicht Geeigneter Sitz und Befestigung
0 - 9 Monate Bis 13 kg

Autowiege: Befestigung mit speziellem Gurt oder dem üblichen Autogurt (Dreipunktgurt); über die Wiege sollte ein Sicherheitsnetz gespannt werden, damit das Baby nicht herausgeschleudert werden kann; Kind sollte mit dem Kopf zur Wagenmitte liegen, um den Kopf bei seitlichen Auffahrunfällen bestmöglich zu schützen.

Baby-Autositz: Befestigung mit Dreipunktgurt auf dem Beifahrersitz mit dem Rücken zur Fahrtrichtung; der Beifahrersitz sollte zur zusätzlichen Sicherheit bei frontalen Unfällen möglichst weit nach hinten geschoben werden; ist ein Beifahrer-Airbag vorhanden und kann nicht ausgeschaltet werden, muss der Baby-Autositz – ebenfalls mit dem Rücken zur Fahrtrichtung – auf dem Rücksitz angebracht werden .

9 Monate -
4 Jahre
9 - 18 kg

Für diese Altersgruppe sind auch Modelle zugelassen, die in Fahrtrichtung befestigt werden; Experten empfehlen aber, Kinder in diesem Alter noch entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren.

Am gebräuchlichsten sind Sitze mit eigenem Hosenträger-Gurtsystem. Der Kindersitzgurt lässt sich problemlos auf die Größe des Kindes einstellen. Der Kindersitz selbst wird mit dem Autogurt befestigt.

Daneben gibt es Sitze mit Fangkörpern vor dem Bauch des Kindes. Der Autogurt wird durch den Fangkörper geführt und hält so Kind und Sitz.

Eine weitere Alternative sind Sitze mit einer Halterung im Schulterbereich, durch die der Autogurt gelegt wird. Der Gurt hält Sitz und Kind.

4 - 7 Jahre 15 - 25 kg

Sitzerhöher ohne Rückenlehne; Dreipunktgurt wird durch zwei Führungshaken um das Becken geführt; Kopf sollte zumindest durch die Autokopflehne gestützt werden; Kritik: Schläft das Kind ein, kippt es bei dieser Sitzart oft zur Seite und ist nicht mehr optimal gesichert.

Sitzerhöher mit Rückenlehne verhindern durch vorstehende Seitenteile, dass der Kopf beim Schlafen zur Seite kippt. Sie schützen bei einem Unfall mit Seitenaufprall.

Auch für diese Altersgruppe gibt es Kindersitze mit einer Halterung im Schulterbereich, durch die der Autogurt gelegt wird. Der Gurt hält Sitz und Kind.

Reine Fangkörper-Systeme ohne Sitzerhöher werden verwendet, wenn auf der Rückbank keine Dreipunktgurte zur Verfügung stehen.

7 - 12 Jahre 22 - 36 kg

Sitzerhöher mit und ohne Rückenlehne (Erläuterungen siehe links); wichtig ist eine gute Kopfstütze.

Auf dem Rad

Um schwere Sturzverletzungen zu vermeiden, sollte beim Fahrradfahren ein Helm getragen werden, beim (Inline) Skaten sind zusätzlich Ellbogen-, Handgelenks- und Knieschützer empfehlenswert. Wichtig: Auf dem Spielplatz hingegen ist vom Tragen eines Helms abzuraten – Strangulationsgefahr!

Alle Schürfwunden, Schnittverletzungen und Beulen, die beim Spielen und Toben entstehen können, lassen sich damit jedoch nicht verhindern. Daher sollten Sie für die schnelle Erstversorgung von Wunden und Blessuren gerüstet sein. 

Tipp: Ein Fahrradhelm sollte maximal sieben Jahre getragen werden. Denn die im Helm enthaltenen Weichmacher entweichen durch Sonneneinstrahlung – der Helm kann dadurch leichter brechen.

Mit dem Flugzeug

Kind im FlugzeugWenn Sie mit ihrem Kind per Flugzeug verreisen, sollten Sie folgende Sicherheitsaspekte beachten:

  • Auch Kinder unter zwei Jahren sollten grundsätzlich einen eigenen Sitzplatz haben und dort auf einem zu Ihrem Gewicht passenden Autokindersitz sitzen. Erst ab einem Alter von etwa sieben Jahren oder einer Größe von 1,25 Meter können Kinder zuverlässig mit dem Beckengurt des Flugzeugsitzes gesichertwerden.
  • Nehmen Sie nur sicheres Spielzeug mit an Bord. Schwere, leicht zerbrechliche oder scharfkantige Spielsachen haben nichts im Flugzeug zu suchen.
  • Haben Sie die ganze Zeit ein Auge auf Ihr Kind. Bei längeren Flügen sollten Sie sich mit Ihrem Partner abwechseln, damit Sie nicht womöglich beide gleichzeitig schlafen, während Ihr Dreikäsehoch sich losschnallt und im Gang herumtapst.
  • Lassen Sie Ihr Kind möglichst die ganze Zeit angeschnallt und nur auf seinem Sitz spielen. Wenn es aufstehen und sich bewegen will, sollte es das nur für einen kurzen Zeitraum tun und auch nur, wenn das Anschnallzeichen nicht leuchtet.
  • Setzen Sie Ihren Sprössling nicht auf einen Gangplatz. Denn auf den Gang hinausragende Ärmchen oder Füßchen können nicht nur andere Passagiere oder das Bordpersonal behindern, sondern auch selbst verletzt werden – etwa wenn der kantige Servierwagen vorbeigeschoben wird.

Am Urlaubsort

Ob Hotel, Ferienwohnung, Pension oder Campingplatz: Kinder gehen auch im Urlaub gern auf Entdeckungsreise. Daher sollten Eltern frühzeitig mögliche Gefahrenquellen für Unfälle erkunden und entsprechende Schutzvorkehrungen treffen.

Folgende Fragen und Sicherheitsaspekte sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Befinden sich in der unmittelbaren Nähe der Ferienunterkunft vielbefahrene Verkehrswege?
  • Verfügt die Ferienunterkunft etwa über gesicherte Steckdosen und ein Herdschutzgitter?
  • Sind elektrische Geräte wie Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Co. außerhalb der Reichweite von Kleinkindern?
  • Sind eine Wickelkommode und ein Kinderhochstuhl vorhanden?
  • Können Balkontüren gesichert werden?
  • Sind Balkonbrüstungen von Kindern nicht bekletterbar?
  • Wie können die Sprösslinge vor dem Ertrinken im/am Teich oder Pool geschützt werden?
  • Ist mit herumstreunenden Tieren zu rechnen?

Draußen im Grünen

Im Folgenden finden Sie einige Tipps, um das Unfallrisiko für Ihre Kinder im Garten zu senken:

  • Gartenteich

    Sichern Sie Ihren Gartenteich ab. So kann Ihr Kind nicht hineinfallen und ertrinken. Geeignet sind Zäune, die mindestens 60 Zentimeter hoch und stabil im Boden verankert sind. Waagerecht verlaufende Zaunelemente sollten jedoch für Kinder unzugänglich sein, da sie sonst als Kletterhilfe dienen können. Alternativ können Sie auch den Teich mit parallel zur Wasseroberfläche und stabil angebrachten Stahlgittern sichern. Hier sollte der Abstand der Gitterstäbe nicht größer als zehn Zentimeter sein.

  • Spielgeräte

    Möchten Sie für Ihren Sohn oder Ihre Tochter einen eigenen kleinen Spielplatz im Garten errichten, sind ebenfalls ein paar Sicherheitsaspekte zu beachten. Beim Aufstellen von Kletter- und Schaukelgerüsten – egal ob aus Holz oder Stahlrohr – ist eine stabile Verankerung im Boden erforderlich. Hierzu sollten Stahlanker in Betonfundamente gegossen werden; diese sollten jedoch nicht aus dem Boden ragen und ausreichend mit Erde abgedeckt sein. Zudem empfiehlt es sich, im Umfeld aller Spielgeräte ein falldämpfendes Material, wie etwa Sand, auszulegen. 

Auch auf öffentlichen Spielplätzen sollten Sie auf ein paar Punkte achten:

  • Schließen die Tore gut und sind die vorhandenen Einfriedungen in Ordnung?
  • Sind die Spielgeräte fest mit dem Boden verbunden?
  • Weisen Holzgeräte keine Risse und Bruchstellen auf?
  • Ist der gesamte Spielplatz – also auch die Grünflachen drum herum – frei von giftigen Pflanzen (zum Beispiel Maiglöckchen oder Goldregen)?
  • Ist der Spielplatz – gerade im Sandspielbereich – frei von Glasscherben, Tierkot, Speiseresten und verrottetem Laub?
  • Besteht der Untergrund an Rutschen und Klettergeräten aus falldämpfendem Material, wie etwa Feinkies, Sand, Fallschutzplatten oder Rindenschnitzeln?
  • Ist der Bereich unter und um Klettergeräte herum frei von Vorsprüngen, Kanten und Steinen?

Auch auf dem sichersten Spielplatz können Unfälle und Verletzungen nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden – Kinder wollen schließlich Spaß haben und herumtoben. Dabei kann beispielsweise auch mal ein Zahn abbrechen oder sogar komplett ausgebrochen werden. Was Sie bei einem solchen Zahnunfall tun sollten, erfahren Sie in unserem detaillierten Ratgeber „Zahnunfall bei Kindern: Tipps zum richtigen Verhalten.“

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