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Gliedertaxe und Invaliditätsgrad bestimmen die Kapitalzahlung

Mit einer privaten Unfallversicherung können Versicherte ihre eigene und die finanzielle Existenz ihrer Familie umfassend gegen Unfallrisiken absichern. Erleidet eine versicherte Person bei einem privaten oder beruflichen Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung, leistet die Unfallversicherung prinzipiell eine Kapitalzahlung.

Die Höhe dieser Zahlung ist von der vereinbarten Versicherungssumme, dem ärztlich attestieren Invaliditätsgrad und der Gliedertaxe der jeweiligen Versicherung abhängig. Die Assekuranzen ordnen dem Verlust jedes Körperteils und Sinnesorgans einen bestimmten Invaliditätsgrad zu - die Auflistung dieser Werte wird als sogenannte Gliedertaxe bezeichnet.

Info-Grafik zur Gliedertaxe

Tipp: Der Unfallschutz kann durch Zusatzversicherungen ausgeweitet werden. Wer möchte, kann beispielsweise eine Unfallrente oder ein Krankenhaustagesgeld in den Versicherungsschutz integrieren. Die Unfallrente leistet monatliche Rentenzahlungen, wenn durch die Invalidität eine eingeschränkte oder vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht. Das Krankenhaustagegeld wird für jeden unfallbedingten Krankenhausaufenthalt bezahlt. So lassen sich diverse Kosten, die durch den Krankenhausaufenthalt entstehen, begleichen (zum Beispiel Kinderbetreuung oder Medikamentenzuzahlungen).

Versicherungsfall bei der Unfallversicherung

Damit dem Versicherten kein Nachteil entsteht, ist es wichtig, dass er seiner Versicherung jeden Unfall innerhalb einer bestimmten Frist meldet.

Verliert beispielsweise ein Versicherungsnehmer im Zuge eines Unfalls ein Auge, entspricht das gemäß der oben abgebildeten Gliedertaxe einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent.  Ohne Progression erhält er demnach 40 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme.

Liegen mehrere eindeutige (etwa der Verlust mehrerer Finger), unfallbedingte und bleibende Verletzungen vor, addieren sich die Invaliditätsgrade und die Versicherung leistet eine entsprechende Kapitalzahlung. Maximal werden jedoch 100 Prozent der Versicherungssumme ausbezahlt - außer der Versicherte hat eine Progression vereinbart.

Das folgende Fallbeispiel soll demonstrieren, wie sich der Progressionssatz auf die Versicherungsleistung auswirkt.

Fallbeispiel:

  • Versicherungssumme: 100.000 Euro
  • Progression: 225 Prozent
  • Unfallfolge: Querschnittslähmung

Verliert die versicherte Person durch einen Unfall die Fähigkeit zu gehen, würde der Invaliditätsgrad gemäß der Gliedertaxe theoretisch 140 Prozent betragen. Da es jedoch praktisch unmöglich ist, mehr als hundertprozentig invalide zu sein, stehen dem Versicherten folglich auch 100 Prozent der Versicherungssumme zu.

Die Versicherungssumme beträgt im Beispiel 100.000 Euro. Da der Versicherungsnehmer jedoch bei Vertragsabschluss eine Progression von 225 Prozent vereinbart hat, bekommt er aufgrund der Querschnittslähmung insgesamt 225.000 Euro ausbezahlt.

Bestimmung der Invalidität durch einen Arzt

Da die Unfallversicherung nur bei bleibenden Verletzungen eine Kapitalleistung erbringt, muss der Versicherte - wenn keine eindeutige körperliche Beeinträchtigung vorliegt (z.B. vollständiger Verlust eines Körperteils) - nach einer bestimmten Frist einen Arzt aufsuchen. Die Frist liegt meist bei 12 oder 15 Monaten und beginnt ab dem Unfalltag. Der Arzt wird in der Regel von der Versicherung bestimmt und soll feststellen, ob aufgrund des einst gemeldeten Unfalls eine andauernde Beeinträchtigung eines Körperteils oder Sinnesorgans besteht.

Der Arzt diagnostiziert den Grad der körperlichen Beeinträchtigung und meldet ihn der Versicherungsgesellschaft. Diese staffelt die Funktionsfähigkeit von Körperteilen und Sinnesorganen nochmals in verschiedene Funktionsgrade. Der Funktionsgrad bestimmt sodann die Höhe der auszubezahlenden Versicherungssumme.

Beispiel: Der Invaliditätsgrad für den vollständigen Verlust oder der absoluten Funktionsunfähigkeit eines Auges liegt bei 40 Prozent. Stellt der Augenarzt nun eine Funktionsfähigkeit (Funktionsgrad) von 50 Prozent fest, erhält der Geschädigte nur die Hälfte der Versicherungssumme - in diesem Fall 20 Prozent.

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