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Zurich stockt Reserven der Haftpflicht auf

München, 14.12.2011 | 16:07 | tei

Der Schweizer Versicherer Zurich musste die Haftpflicht-Reserven seiner deutschen Niederlassung im dritten Quartal 2011 mit 70 Millionen Euro auffüllen. Dies bestätigte der Versicherungskonzern der Financial Times Deutschland (FTD). Nach Aussage eines Zurich-Sprechers ging es dabei vorrangig um Policen für Architekten, Ärzte und Krankenhäuser. Laut dem Bericht setzt der Versicherer im laufenden Jahr etwa 200 Millionen Euro durch Haftpflichtprämien um - aufgrund der Reserve-Aufstockung werde die Sparte einen hohen Verlust einfahren.

Die Zurich Versicherung muss die Reserven der Haftpflicht aufstocken. Foto: Zurich Gruppe Deutschland.Die Zurich Versicherung muss die Reserven der Haftpflicht aufstocken. Foto: Zurich Gruppe Deutschland.
Die Zurich hatte über Jahrzehnte hinweg einen hohen Marktanteil im Bereich Berufshaftpflicht - gerade unter Architekten und Bauingenieuren. Versichert wurden beispielsweise Schäden, die auf Baumängel zurückzuführen sind. Akquiriert wurden die Policen hauptsächlich über den Versicherungsmakler Unit, der zu großen Teilen Gruppenverträge an die Zurich Deutschland vermittelte. Das Unternehmen versicherte Kunden weitgehend zu den Bedingungen, die der Makler vorgab.

Aktuelle Berechnungen der Zentrale in Zürich ergaben, dass die Reserven in der Zurich Gruppe Deutschland deutlich zu gering sind. Anscheinend hatte die deutsche Zweigstelle über Jahre hinweg Policen im Bereich der Haftpflichtversicherung zu billig verkauft. Die Bilanzen wurden durch zu niedrige Einzahlungen in die Schadenreserve aufpoliert. Marktschätzungen zufolge lagen die Tarife mindestens 30 Prozent zu niedrig, um die anfallenden Kosten zu decken.

Nun leitet der Hauptkonzern die Wende ein: Künftig soll innerhalb der Sparte keinerlei Neugeschäft mehr über Makler angenommen werden. Und auch Bestandskunden müssen sich auf höhere Prämien einstellen. Laut FTD ziehen die Preise in Einzelfällen um bis zu 300 Prozent an. Der mittlerweile vom US-amerikanischen Versicherungsunternehmen Aon geschluckte Makler Unit sieht die Maßnahmen gelassen: "Wenn eine Gesellschaft über das Ziel hinausschießt, verhandeln wir mit anderen Versicherern Paketlösungen", sagte Bernd Mikosch, Geschäftsführer von Unit. Neben der Zurich Deutschland arbeitet der Makler beispielsweise auch mit der VHV aus Hannover zusammen.

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