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Apotheken: Verband warnt vor Apothekensterben

München, 22.8.2017 | 11:12 | mst

Es gibt weniger Apotheken in Deutschland. Die Apotheker fordern ein Verbot des Versandhandels für rezeptpflichtige Medikamente, die Krankenkassen sehen dagegen keinen Grund zur Besorgnis.
 

Apothekerin mit Stempel an der KasseIm ersten Halbjahr gab es 143 Apotheken weniger.
Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt: Im ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Apotheken hierzulande um 143 auf 19.880 gesunken. Das teilte die ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Montag mit.
 
Nach Angaben des Verbands ist dies die niedrigste Zahl seit 1988. Vor allem selbstständige Apothekeninhaber geben ihr Geschäft auf. Dies wird nur zum Teil dadurch aufgefangen, dass die Zahl der Filialen um 66 zugenommen hat.
 
„Zum Glück haben wir noch eine flächendeckende Versorgung. Ein Preiswettbewerb mit ausländischen Versandhändlern bei rezeptpflichtigen Medikamenten wird allerdings den Abwärtstrend beschleunigen“, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt.
 

Europäischer Gerichtshof hatte Preisbindung für unzulässig erklärt

Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs verstößt die deutsche Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente gegen EU-Recht. Der Apotheker-Verband fordert daher ein Gesetz, das den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneien verbietet.
 
Der durchschnittliche Gewinn einer Apotheke ist in den letzten Jahren indes gestiegen. Nach Zahlen des Verbands stieg das Betriebsergebnis im Schnitt von 127.000 Euro im Jahr 2013 auf 136.000 Euro im Jahr 2015.
 

Kassen: Zahl der Apotheken nach wie vor ausreichend

Die Krankenkassen sehen keinen Grund zum Handeln. Der beklagte Rückgang der Apotheken liege unter einem Prozent, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbands Ann Marini in einem Interview. Vor allem in den Ballungsgebieten sei die Zahl der Apotheken nach wie vor ausreichend.

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