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Marderschaden - Haftung der Kfz-Versicherung

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Marder können erhebliche Autoschäden anrichten. Erfahren Sie mehr zu:

Oft sind die durch Marder verursachten Schäden am Auto auf den ersten Blick nicht sichtbar. Bleiben sie unentdeckt, kann dies folgenschwer sein. Vor allem Fahrzeugteile aus Gummi und weichem Kunststoff sind von den Attacken der Marder betroffen. Dazu gehören:

  • Schläuche für Kühlwasser und Scheibenwischwasser
  • Stromkabel
  • Zündkabel
  • Dämmmatten
  • Faltenbälge für Antrieb und Lenkung
  • alle Kunststoffschläuche

Die Folgen der Marderbesuche können dazu führen, dass das Auto nicht mehr anspringt, Lampen nicht mehr funktionieren und auf Dauer wichtige Bauteile wie die Lenkung Schaden nehmen. Beschädigt ein Marder beispielsweise den Kühlwasserkreislauf,  kann dies zum Überhitzen des Motors und in der Folge zu einem kostspieligen Motorschaden führen.

Schadenzahlen

Jedes Jahr sind hunderttausende Fahrzeughalter in Deutschland von Marderschäden an ihren Fahrzeugen betroffen. Versichert ist ein solcher Schaden durch eine Teil- und Vollkaskoversicherung.

Die Teilkasko greift in jedem Fall im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme und eines möglichen Selbstbehalts bei direkten Marderschäden. Folgeschäden aufgrund von Marderbiss sind dagegen nicht bei jedem Tarif inbegriffen.

Allein die Kfz-Versicherer regulieren jährlich rund 200.000 Marderbeschädigungen an den Fahrzeugen ihrer Kaskokunden. Die Kosten liegen dabei jedes Jahr bei rund 50 Millionen Euro.

Haftung über Kfz-Teilkasko

Autobesitzer können sich gegen die Folgen von Marderbissen am Fahrzeug versichern. Die allgemeine Kfz-Haftpflicht  greift in solchen Fällen jedoch nicht. Marderschäden übernimmt eine Teilkaskoversicherung.

Im Standardumfang einer Kaskopolice sind die unmittelbaren Schäden durch Marderbisse versichert. Betroffene Autohalter melden einen Marderschaden ihrer Teilkaskoversicherung. Beschädigte Kabel, Manschetten, Schläuche oder Matten können dann auf Kosten der Versicherung in einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden.

Leistungsstarke Kaskotarife umfassen auch Folgeschäden von Marderattacken bis zur vertraglich festgesetzten Höchstgrenze – beispielsweise den Austausch des Motors nach einem auf einen Marderbiss zurückzuführenden Motorschaden.

Durch die Regulierung eines Marderschadens steigt der Kaskobeitrag nicht, da es in der Teilkaskoversicherung keine Schadenfreiheitsklassen und –rabatte gibt. Ist vertraglich eine Selbstbeteiligung im Schadensfall vereinbart, muss der Versicherungskunde diesen Betrag selbst bezahlen.

Die Versicherung übernimmt darüber hinausgehende Kosten. Ist im Vertrag zudem die freie Werkstattwahl ausgeschlossen, entscheidet der Kaskoversicherer, welche Kfz-Werkstatt den Marderschaden repariert.

Tipps zur Marderabwehr

Wurde ein Auto von einem Marder „besucht“, lohnt sich eine gründliche Motorwäsche. Damit wird der Marderduft entfernt, auf den andere Männchen besonders aggressiv und mit Beißattacken reagieren könnten. Im Kfz-Zubehörhandel werden zahlreiche Produkte zur Marderabwehr angeboten. Nur wenige sind bewährt.

  • Duftstoffe (Hundehaare, WC-Steine, Anti-Marder-Sprays, Mottenkugeln) waschen sich schnell ab. Zudem gewöhnen sich Marder schnell an fremde Gerüche und stören sich dann  nicht mehr daran.
  • Ultraschall: Spezielle Geräte können für das Auto nachgerüstet werden. Die abschreckende Wirkung auf Marder wird jedoch von Fachkreisen angezweifelt.
  • Elektroschock: Dafür werden an den typischen Einstiegsstellen von Mardern im Motorraum Metallplättchen installiert und unter schwachen Strom gesetzt. Der Einbau ist nicht ganz einfach, fachgerecht ausgeführt kann dies aber eine wirksame Marderabwehr darstellen.
  • Einzelne Autohersteller bieten Kits an, mit denen der Motorraum von unten geschlossen werden kann. Mardern ist damit der Einstieg verwehrt.

Kabelschutz zur Ummantelung aus Hartkunststoff gibt es im Kfz-Zubehörhandel. Der Kabelbaum sowie Zündkabel lassen sich damit wirksam vor Marderbissen schützen. Manschetten und dickere Schläuche lassen sich jedoch nicht damit überziehen.

Kurzinfo Marder

Von der großen Familie der Marder wird nur der Steinmarder den Autos gefährlich.

  • Tierart: Raubtier
  • Heimat: offenes, auch felsiges Terrain; Kulturfolger, daher in der Nähe von Menschen beheimatet
  • Verbreitung: vor allem in Europa und Asien
  • Nahrung: Allesfresser, bevorzugt Fleisch
  • Lebensweise: Einzelgänger mit Revier, nachtaktiv
  • Paarungszeit: Sommer
  • Population: nicht gefährdet

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